Mazar-i-Sharif - Mindestens zwei Menschen sind am Sonntag bei einer Explosion in der Nähe einer Bushaltestelle bei Mazar-i-Sharif in Afghanistan getötet worden. Zwei weitere Menschen seien schwer verletzt worden, berichteten Anrainer. Der Vorfall habe sich im Bezirk Balch rund 25 Kilometer westlich der Stadt ereignet. Die Ursache der Explosion war zunächst unklar. "Niemand wurde bisher festgenommen", verlautete von den Behörden in Mazar-i-Sharif, der wichtigsten Stadt im Norden des Landes.

In Afghanistan gab es seit dem Sturz der radikal-islamischen Taliban Ende 2001 eine ganze Reihe von Sprengstoffanschlägen. Viele wurden den Taliban und der El-Kaida-Organisation des Moslem-Extremisten Osama bin Laden zugeschrieben. Terrororganisation bekennt sich zu 50 Anschlägen

Im pakistanischen Peshawar, in der Grenzregion zu Afghanistan, bekannte sich eine Gruppe namens "Geheime Armee der moslemischen Mudschaheddin" auf Flugblättern zu mindestens 50 Anschlägen in Afghanistan. Die Flugblätter seien in der Nacht in Peshawar und Umgebung verteilt worden, meldete die afghanische Nachrichtenagentur AIP. Auf den Pamphleten seien Angriffe vor allem auf US-Soldaten in den Städten Kabul, Kandahar und Khost sowie den ostafghanischen Provinzen Paktia und Nangarhar genannt worden. Auch zwei Bombenanschläge in der Nähe der US-Botschaft in Kabul, eine Explosion nahe der russischen Vertretung und dem UNO-Gästehaus wurden genannt.

Allerdings bekannte sich die Gruppe nicht zu dem versuchten Mordanschlag auf den afghanischen Präsidenten Hamid Karsai im südafghanischen Kandahar im September. In dem Flugblatt hieß es weiter, der Kampf gegen ausländische Armeen werde fortgesetzt. Am Samstag waren in der südafghanischen Grenzstadt Spin Buldak Plakate aufgetaucht, auf denen jeder mit dem Tode bedroht wurde, der Karsais Regierung unterstützt. (APA/Reuters)