Der erste "Säuger" im Bild sitzt auf einem Schneefahrzeug mitten in der Arktis und steuert direkt auf die Kamera zu. Durch die dicke Kleidung fast unkenntlich, erklärt Sir David Attenborough, man müsse schon "Warmblüter" sein, um an diesem unwirtlichen Ort bei minus 50 Grad auf Dauer überleben zu können. Der Mensch ist dafür freilich nicht heißblütig genug.

"Heißblütig"

"Heißblütig", so auch der Titel der neuen Dokumentarreihe des britischen Naturfilmers David Attenborough. Der ORF zeigt sie als "Universum" in zwei Etappen: Ab Dienstag, 14. Jänner kommen die ersten fünf Teile zur Aufführung, weitere fünf folgen im September.

Attenborough hat alle Kontinente bereist und von Zebra bis zu Fledermaus und Känguru alles Getier vor die Kamera gelockt, das Nachwuchs als funktionsfähige Kleinausgabe produziert, also Säugetier ist. "Das Prinzip eines warmblütigen, fellbedeckten Säugetiers ist - je näher man die Variationen betrachtet - schlichtweg genial." Dazu gehört auch der Mensch.

Mit 12,3 Millionen zählt das jüngste Werk des 75-jährigen Tierfilmers zu den teuersten seines Genres. Zum Vergleich: Georg Rihas jüngste "Universum"-Dokumentation über Schönbrunn kostete 1,2 Millionen Euro.

Drei Jahre dauerten die Dreharbeiten, in Großbritannien erreichte Attenborough damit über sechs Millionen Zuschauer.

Spaßige Einfälle

Ein Aufwand, der auf den ersten Blick nicht sichtbar ist. Mit echt britischer Zurückhaltung präsentiert Attenborough spektakulärste Bilder und verknüpft sie mit humoristischen Elementen. Nur selten gelangt der Zuschauer zu Einblicken über den betriebenen Aufwand: In der ersten Folge etwa nur einmal, wenn Attenborough im Kran stehend hoch über die Baumwipfel im Regenwald schwebt. Ansonsten bleibt der Brite durchwegs bodenständig: Im Mittelpunkt stehen die "Säuger". (Doris Priesching/DER STANDARD; Printausgabe, 13.1.2003)