Kaum dass das Grand Hotel Kempinsky in St. Moritz fertig gestellt wurde, hat Österreichs größte Immobiliengesellschaft Immofinanz bereits ein neues Hotelprojekt in petto. Immofinanz-Chef Karl Petrikovics verhandelt derzeit über den Kauf einer Liegenschaft am Prager Wenzelsplatz. Sobald der Deal perfekt ist, will er mit möglichen Betreibern eines Luxushotels verhandeln. Die dafür notwendigen Gesamtinvestitionen bezifferte Petrikovics mit 40 bis 50 Millionen Euro. Diese will er - wie auch in St. Moritz - nicht allein, sondern mit einem Partner aufbringen.

Joint Venture

Vor wenigen Wochen hat sich die Immofinanz über ihre Tochter Immoeast zu 50 Prozent an einem Joint Venture mit dem österreichischen Developer S+B Plan & Bau beteiligt. S+B (Schertler und Beck) ist bereits seit 15 Jahren im Entwicklungsgeschäft in Prag tätig. Die S+B hat vier Objekte mit 35.552 m² in Prag in die neue Gesellschaft eingebracht. Eines davon ist das Einkaufszentrum Park Hostivar mit rund 22.100 m². Dazu kommen Büros (Arbes, Pankrac Business Corner, Valdek).

Bereits seit zwei Jahren ist die Immofinanz in Prag an der European Property Group (EPG) mit 25 Prozent beteiligt. Die Gesellschaft, an der auch die Europäische Bank für Wiederaufbau EBRD Anteile hält, verfügt über vier Objekte und entwickelt derzeit das innerstädtische Einkaufszentrum Mucha Center mit 63.500 m². Die Immofinanz ist damit in Prag an insgesamt neun Objekten mit 126.780 m² Nutzfläche beteiligt.

Beteiligungen

Mit 20 Mio Euro hat sich die Immofinanz jüngst an der Heitman Central Europe Property Partners beteiligt und dafür einen Anteil von 12,5 Prozent an der Gesellschaft erworben. Petrikovics zufolge soll die Beteiligung an Heitman Zugang zu weiteren Ostmärkten bringen. Der wichtigste Teilmarkt werde Polen sein, ferner Ungarn und Tschechien. Rund 30 Prozent der geplanten Investitionen von 500 Mio. Euro werden in die weniger entwickelten Märkte wie Slowakei, Slowenien und die baltischen Staaten investiert. Neben der Immofinanz sind auch die GE Capital, die EBRD und der holländische Pensionsfonds ABP an Heitman beteiligt.

Einen besonderen Wachstumsmarkt sieht Petrikovics im Bereich Logistik. Interessant seien vor allem die Märkte in Frankreich, Spanien und Italien. In den nächsten Monaten werde sich die Immofinanz mit rund 20 Prozent an einer französischen Logistikfirma beteiligen. Petrikovics sieht das Investment als Alternative zum derzeit flauen Büromarkt. Während die Renditen am Büromarkt bei 8 Prozent liegen, brächten Logistikzentren 9,5 bis 10 Prozent. In Summe verfügt die Immofinanz derzeit über einen Cash-Anteil von 160 Mio Euro. (Claudia Ruff aus St. Moritz, Der Standard, Printausgabe, Der Standard, Printausgabe, 13.01.2003)