London - Als erstes Mitglied der britischen Regierung hat sich Entwicklungsministerin Clare Short klar gegen einen Irak-Krieg ohne UNO-Unterstützung ausgesprochen. Einen Alleingang der USA dürfe Großbritannien nicht unterstützen, sagte Short am Sonntag im britischen Fernsehen. Vielmehr sei es "die Pflicht Großbritanniens", mäßigend auf US-Präsident George W. Bush einzuwirken.

Premierminister Tony Blair und Außenminister Jack Straw vertreten die Linie, dass es zwar wünschenswert wäre, wenn die UNOvor einem Krieg in einer neuen Resolution ein militärisches Vorgehen gegen den Irak billigen würden. Dies sei aber keine notwendige Bedingung für einen Krieg. Short dagegen sagte am Sonntag: "Die Rolle Großbritanniens in dieser historischen und gefährlichen Zeit ist es, zu versuchen, die USA weiter auf UN-Kurs zu halten, die Autorität der UN zu stärken und nicht vom UN-Weg abzuweichen."

Viele Menschen misstrauten den USA und seien "wütend" über das Vorgehen Bushs, weil sich dieser nicht ausreichend für den Friedensprozess im Nahen Osten einsetze, sagte Short. "Das gibt der Welt das Gefühl, dass hier unterschiedliche Maßstäbe angelegt werden. (...) Was die Leute am wütendsten macht, ist das enorme Leid des palästinensischen Volkes." (APA/dpa)