New York - Die Artenvielfalt in der Natur leidet mehr unter der zunehmenden Zahl von Mini-Haushalten als unter einem generellen Bevölkerungswachstum. Das haben US-Forscher in einer umfassenden Studie in 141 Ländern ermittelt.

Wer aktiv Umweltschutz betreiben wolle, sollte also zurück zu seinen Eltern oder auch mit Geschwistern und Freunden unter ein Dach ziehen, empfiehlt das Team um Jianguo Liu von der Staatlichen Universität von Michigan in East Lansing. Die Studie erscheint in der Online-Ausgabe des Wissenschaftjournals "Nature" vom Montag.

Vollausstattung

Darin heißt es, dass heute fast jeder Haushalt zum Beispiel über einen Kühlschrank verfügt, ganz gleich ob er ein, zwei oder sechs Personen versorge. Schon dieser eine Faktor mache den Zwei-Personen- Haushalt uneffizienter im Energieverbrauch als eine Wohnung oder ein Haus mit sechs und mehr Personen.

Liu und Kollegen kalkulierten das Bevölkerungswachstum, die Zahl der Haushalte und ihrer Bewohner in 76 Ländern mit Regionen, in denen die Artenvielfalt durch den Menschen bedroht oder schwer gefährdet ist, so genannten Hot Spots des Artenreichtums. Dieses Ergebnis verglichen sie anschließend mit der Zahl von Haushalten und deren Bewohnern in 65 Ländern ohne solche Hot Spots.

Nicht nur der Nachwuchs ist "schuld"

Dabei stießen sie auf den Zusammenhang zwischen der wachsenden Zahl kleiner Haushalte und den Umweltschäden. Das galt selbst für Länder mit schrumpfender Bevölkerungszahl wie Italien, Griechenland, Portugal und Spanien, in denen immer seltener mehrere Generationen unter einem Dach wohnen und sich selbst Kleinfamilien durch die zunehmende Zahl von Scheidungen trennen und unabhängige Haushalte gründen.

Das Team um Liu errechnete in den 76 Ländern mit stark gefährdeter Artenvielfalt seit 1985 ein Plus von 155 Millionen neuer Haushalte. Sollte dieser Trend anhalten, gebe es bis 2015 sogar 233 Millionen zusätzlicher Mini-Haushalte, heißt es in "Nature". (APA/dpa)