Washington/Seoul - Die USA haben Nordkorea Hilfe bei der Energieversorgung in Aussicht gestellt, wenn das kommunistische Regime im Gegenzug auf die Entwicklung von Atomwaffen verzichtet. Dieses Angebot machte der für Ostasien und den pazifischen Raum zuständige Staatssekretär im US-Außenministerium, James Kelly, am Montag auf einer Pressekonferenz in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul. Zugleich bekräftigte der Diplomat die Gesprächsbereitschaft der USA.

Nordkorea hatte vergangene Woche den Atomwaffensperrvertrag gekündigt und damit international Besorgnis ausgelöst. Zugleich betonte die Regierung aber, es wolle keine Atomwaffen bauen. Am Wochenende drohte das Land zudem mit der Wiederaufnahme von Raketentests.

Kelly will morgen zu Gesprächen nach China weiterreisen. Die nächsten Stationen sind dann Singapur, Indonesien und Japan. Trotz seiner Kriegsrhetorik ist Nordkorea nach Einschätzung eines hochrangigen US-Unterhändlers durchaus dazu bereit, mit den USA über die Beilegung der politischen Spannungen und über die Atompolitik des Landes zu sprechen.

Hinter der Beschwörung eines "Heiligen Krieges" und den anderen Drohgebärden der vergangenen Tage stecke lediglich der Wunsch nach einem Dialog mit der Regierung von Präsident George W. Bush, sagte der frühere Diplomat Bill Richardson. Solche direkten Verhandlungen könnten schon bald beginnen, betonte er. Der Gouverneur des US-Staates Neu-Mexiko hatte bis zum Wochenende in Santa Fe dreitägige Vermittlungsgespräche mit nordkoreanischen Diplomaten geführt.

Nach seinem Eindruck hat Nordkorea nicht vor, Atomwaffen zu bauen. Als Verhandlungsziel der bilateralen Gespräche schlug er vor, dass sich die USA dazu verpflichten, Nordkorea nicht anzugreifen. Im Gegenzug könnte Nordkorea sein Atomprogramm einfrieren und wieder internationale Inspektoren ins Land lassen. (APA/AP)