Dem in Finanznöte geratenen PC-Spielehersteller JoWood ist die zur Rettung nötige Kapitalerhöhung gelungen. Die um nur einen Euro pro Anteilsschein durchgeführte Kapitalerhöhung, die auch Kleinaktionären eine Beteiligung erlaubt, brachte drei Mio. Euro - benötigt worden waren 2,5 Mio. Euro; das mögliche Platzierungsvolumen hatte fünf Mio. betragen.

"Komitee zum Schutz der Aktionäre"

Ob dabei neue strategische Investoren gewonnen wurden, will die börsennotierte JoWood erst heute, Dienstag, bekannt geben. Sicher ist, dass der steirische Anlageberater Erhard Salchenegger über das von ihm angeführte "Komitee zum Schutz der Aktionäre" zusammen mit weiteren Anlegern seine Anteile erhöht hat. "Wir Kleinaktionäre fordern jetzt einen Sitz im Aufsichtsrat. Und wir haben eine Zusicherung, dass die Kapitalerhöhung nicht für Schuldenabbau, sondern die Zukunft des Unternehmens verwendet wird", sagt Salchenegger.

Über weitere Einstiege wird noch spekuliert. Strategische Investoren sind derzeit die internationalen Fondsgesellschaften Qino Flagship, Kingston und Templeton. Zumindest bei Templeton war bereits über eine Erhöhung des 5,7-prozentigen Anteils spekuliert worden. Auch der Wiener Wagniskapitalgeber March.fifteen, dessen CEO Christian Wolff Aufsichtsratsvorsitzender von JoWood ist, könnte einsteigen. March.fifteen war bereits früher an JoWood beteiligt.

Restrukturierungsprogramm

Auf dem Plan des steirischen Spielmachers steht nun ein straffes Restrukturierungsprogramm, dem rund die Hälfte der 280 Mitarbeiter zum Opfer fallen dürften. Der Businessplan JoWoods hatte zum Inhalt gehabt, die ganze Wertschöpfungskette - also Entwicklung, Produktion und Vertrieb der Games - anzubieten. Gestrichen werden könnten die eigenen Vertriebsgesellschaften von JoWood, Dynamic Systems für Österreich sowie Leisure Soft für Deutschland. (ruz, DER STANDARD, Printausgabe 14. Jänner 2003)