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Ein Auto parkt vor dem Möbelhaus Ikea in Chimki im Nordwesten Moskaus. Mit dem Bau von gigantischen Einkaufszentren in Moskau, der Eröffnung von Möbelhäusern bis nach Sibirien und einer intensiven Warenproduktion im Land hat der schwedische Möbelkonzern Ikea in Russland Großes vor

Foto: dpa/Voss

Stockholm/Moskau - Ikea will 2003 ein Möbelhaus in St. Petersburg und eines in der Nähe von Moskau eröffnen. Außerdem will der schwedische Konzern zahlreiche Zulieferer-Verträge in Russland schließen. "Wir wollen Russland zum Hoflieferanten für das gesamte Unternehmen machen", sagt Lennart Dahlgren, Ikea-Chef in Moskau, laut "Süddeutscher Zeitung" (Montagausgabe). Ikea besitzt bisher zwei Niederlassungen in Vororten von Moskau.

Die Geschäfte gehen sehr gut. Im Möbelhaus in Chimki stieg der Umsatz von umgerechnet 100 Mio. Dollar im Jahr 2000 auf 250 Mio. Dollar (238 Mio. Euro) in den vergangenen zwölf Monaten. "Nach den Terroranschlägen vom 11. September sind unsere Nettoverkäufe auf der ganzen Welt zurückgegangen - mit Ausnahme von Russland", berichtet Lennart Dahlgren. Mittlerweile besuchen mehr als vier Millionen Kunden jährlich das Möbelhaus in Chimki - das ist Rekord weltweit.

Mittelfristig 15 neue Niederlassungen

Im Oktober und November des vergangenen Jahres hatte Ikea-Gründer Ingvar Kamprad drei Wochen lang Gespräche in Russland geführt. Er war von Nowosibirsk im Osten bis St. Petersburg im Westen unterwegs, um die Bedingungen für neue Ikea-Möbelhäuser zu untersuchen. Das Ergebnis: In den nächsten drei Jahren will Ikea fünf neue Niederlassungen in Russland eröffnen, mittelfristig sogar 15. Noch in diesem Monat beginnen die Schweden mit dem Bau des Möbelhauses in St.Petersburg, gleich danach mit einem weiteren in der Nähe von Moskau. Im Dezember sollen beide eröffnet werden.

Daneben bemüht sich Ikea um neue Verträge mit Zulieferern. Die alten reichen weit in die Zeit der Sowjetunion zurück, denn Ingvar Kamprad pflegt schon seit 30 Jahren Verbindungen nach Moskau. Das rohstoffreiche Land liefert Metalle, Holz, Textilien oder Glas. Bisher hat Ikea 50 Zulieferer in Russland unter Vertrag.

Keine Spielkasinos erwünscht Das erste Ikea-Möbelhaus Russlands wurde im März 2000 eröffnet. Von Beginn an kaufte Ikea sehr große Grundstücke, um neben dem Möbelhaus eigene Gebäude bauen zu können, denn "nicht immer passt das Umfeld unserer Ikea-Märkte mit unserer Zielgruppe zusammen", sagt Dahlgren. Mit anderen Worten: Ikea will kein Spielkasino und keinen Nachtklub in der Nachbarschaft, sondern Geschäfte, in denen Familien einkaufen können.

So wurde zum Beispiel im Dezember 2002 neben dem Möbelhaus in Chimki das größte Einkaufszentrum Russlands eröffnet - von Ikea. Es umfasst 100 Geschäfte und ein Multiplex-Kino mit elf Sälen und 3.500 Plätzen. Erschließung und Bau haben 150 Mio. Dollar gekostet, so die "SZ". Angeblich soll das Geld bei Mietpreisen von 350 bis 3.200 Dollar pro m2 und Jahr in acht Jahren reinvestiert sein.(APA)