Wien - Hermann Maier wird Dienstag beim Weltcup-Riesentorlauf in Adelboden sein Comeback nach 22 Monaten Rennpause geben. Eine Chronologie der Ereignisse seit seinem letzten Sieg am 10. März 2001 in Aare:

10. März 2001: Hermann Maier feiert im Riesentorlauf von Aare seinen 41. Weltcup-Sieg und holt damit zum dritten Mal nach 1998 und 2000 den Spezial-Weltcup in dieser Disziplin. Es ist seine vierte Kristallkugel in diesem Winter nach Gesamtweltcup, Super G und Abfahrt. Mit 13 Saison-Siegen stellt Maier zudem den Allzeit-Saisonrekord von Ingemar Stenmark (1978/79) ein.

13. Mai 2001: Maier gewinnt als erster Europäer den Super-Zehnkampf der Champions auf Jamaika vor dem American-Football-Star Ronde Barber und Alberto Tomba.

24. August 2001: Eine Nachricht schockt Österreich. Hermann Maier zieht sich in Radstadt bei einem Motorradunfall einen offenen Unterschenkelbruch im rechten Bein und zahlreiche weitere Verletzungen zu. Er wird sieben Stunden operiert. Es besteht die Gefahr eines Nierenversagens. Zwei Tage später kann Maier durchatmen, die Amputationsgefahr ist ausgeräumt.

5. September 2001: Hermann Maier beginnt bereits im Krankenbett wieder mit dem Training. Erstes Trainingsgerät ist ein Handkurbel-Ergometer.

21. Dezember 2001: Maier steht in seinem Heimatort Flachau erstmals seit seinem Unfall wieder auf Alpin-Skiern. "Ich bin überrascht, dass es schon so gut gegangen ist."

7. Jänner 2002: Der Salzburger bekommt von den behandelnden Ärzten grünes Licht für rennmäßiges Training.

16. Jänner 2002: Maier gibt auf einer internationalen Pressekonferenz beim Hahnenkammrennen in Kitzbühel bekannt, dass er bei den Olympischen Winterspielen in Salt Lake City nicht an den Start gehen wird.

18. Juli 2002: Maier nimmt mit dem ÖSV-Team an einem Training auf dem Gletscher bei Zermatt teil und zieht nach vier Tagen ein euphorisches Resümee: "Es ist perfekt gelaufen, es gab keine Probleme. Keine Zweifel, es wird ein Comeback geben."

15. August 2002: Der Doppel-Olympiasieger zieht sich beim Training in Portillo in den chilenischen Anden bei einem Sprung eine Schuhrandprellung am rechten Bein zu. Die genaue Diagnose: hinten eine Quetschung und vorne eine Überdehnung der Muskulatur. Eine drei- bis vierwöchige Skipause droht.

1. Oktober 2002: Das Weltcup-Comeback von Maier verzögert sich. Der Salzburger gibt bekannt, dass er beim Auftakt der Weltcupsaison 2002/03 am 27. Oktober in Sölden nicht am Start sein wird. Der Grund: auf harter Piste sind die Schmerzen noch zu groß.

4. Oktober 2002: Rückschlag für Maier, das Comeback rückt in weite Ferne: Bei einer intensiven Spezialuntersuchung wurden im operierten rechten Unterschenkel noch immer Verklebungen festgestellt, die sich erst langsam lösen. Dabei kann es unter Extrembelastungen immer wieder vorkommen, dass alte Narben aufreißen. Spekulationen über ein mögliches Karriereende weist er zurück: "I'll be back!"

17. Oktober 2002: Maier spricht in der ORF-TV-Sendung "Vera" erstmals von einem möglichen Karriereende. Sein Bein sei so desolat und kaputt, dass der kleinste Fehler für eine neuerliche Verletzung ausreiche. "Das muss ich ausmerzen, sonst wird es nichts mehr werden mit dem Skifahren."

20. November 2002: Maier erklärt auf einer Pressekonferenz des Salzburger Skiverbandes, dass er die WM im Februar in St. Moritz noch nicht abgeschrieben hat. "Ich hoffe nach wie vor, dass ich mitfahren kann."

8. Jänner 2003: Maier hat erstmals seit seiner im August beim Chile-Training erlittenen Schuhrandprellung wieder mit einigen ÖSV-Teamkollegen trainiert. Auf der Reiteralm bei Schladming absolviert der Salzburger ein "lockeres Stangentraining" ohne Zeitnahme.

12. Jänner 2003: ÖSV-Alpin-Sportdirektor Hans Pum verkündet in Bormio, dass Maier am 14. Jänner beim Riesentorlauf in Adelboden sein lang erwartetes Comeback geben wird. Der 30-jährige Salzburger hat in den vergangenen Tagen schmerzfrei trainiert.