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AUA-Chef Vagn Sörensen: Irak-Konflikt bindet Kapazitäten.

Foto: Reuters/Foeger

Wien - AUA-Chef Vagn Sörensen rechnet im Zusammenhang mit einem drohenden militärischen Konflikt mit dem Irak - und damit steigenden Erdölpreisen - mit anhaltenden Spannungen. Die Ölpreise hätten in den vergangenen Monaten deutlich angezogen - und "wir haben wenig Hoffnung, dass sich die Preise bald in die andere Richtung bewegen", sagte Sörensen am Montagnachmittag bei einem Vortrag auf der Wiener Wirtschaftsuniversität (WU). Der Ölpreis gilt als wichtiger Indikator für die Einschätzung des Marktes für die Wahrscheinlichkeit eines Kriegs.

In ihrem Budget für das Jahr 2003 rechnet die AUA mit einem Treibstoffpreis von 240 Dollar je Tonne - um knapp 7 Prozent mehr als im Jahresdurchschnitt 2002 von 225 Dollar. Anders als in früheren Jahren sollte ein hoher Ölpreis die AUA aber nicht mehr massiv in die Krise stürzen: "Wir sind viel höher abgesichert", erklärte Sörensen. Ein Euro ist mit 0,98 Dollar (1 Dollar: 1,02 Euro) gerechnet, das österreichische Wirtschaftswachstum ist mit 1,8 Prozent relativ optimistisch angenommen.

Krisenmanagment

Der Airline-Chef ließ sich zwar auf keine Spekulationen über die Auswirkungen eines Irak-Krieges auf die Austrian Airlines-Gruppe - bestehend aus AUA, Lauda Air und Tyrolean Airways - ein, ließ aber durchblicken, wie stark der Konflikt die Kapazitäten der Luftfahrt bindet: Die Energien, die in Normalzeiten für die Erschließung neuer Marktschancen genutzt würden, flössen jetzt in (präventives) Krisenmanagement, sagte Sörensen.

Noch nie sei die Planung in der Luftfahrt so schwierig gewesen: "Die Prognosen ändern sich monatlich", sagte Sörensen zu den Wirtschaftsstudenten. Es sei unmöglich, Terroranschläge oder Kriege in die Planung einzubauen. Die Austrian Airlines-Gruppe habe bereits vor Wochen konkrete Krisenpläne ausgearbeitet, die der AUA-Chef ständig bei sich trage.

"Im Fall des Falles" würde je nach Bedarf ein abgestuftes Bündel von Maßnahmen zum Einsatz kommen. Darin enthalten sein dürften jedenfalls "Anpassungen" im Streckennetz, bei der Zahl und der Größe der eingesetzten Maschinen. Zur Bandbreite der überlegten Maßnahmen wollte sich das Unternehmen auf APA-Anfrage nicht äußern.

Bereits im September hatte AUA-Finanzvorstand Thomas Kleibl angekündigt, im Kriegsfall den Auswirkungen "sofort operativ begegnen" zu können. Für diesen Fall wäre wohl ein deutlicherer Personalabbau erforderlich als die ursprünglich angekündigte Streichung von insgesamt 968 Positionen, deutete er damals an.

Personalreduktion "übererfüllt"

Dieses Ziel habe das Unternehmen mit Jahresende wie geplant erreicht, sagte Sörensen heute. Die geplante Personalreduktion wurde sogar "übererfüllt": Insgesamt beschäftigt die AUA-Gruppe aktuell 1.000 Mitarbeiter weniger als zum Stichtag 31. August 2001, bestätigte Unternehmenssprecher Johannes Davoras. Das bedeute nicht eine nachträgliche Erweiterung des Einsparprogrammes, sondern im Zuge der Rationalisierungsmaßnahmen hätten sich zusätzliche Möglichkeiten ergeben. Ein weiterer Personalabbau oder ein weiteres Sparprogramm sei nicht geplant. Ende Februar läuft auch der einjährige freiwillige Verzicht der Mitarbeiter auf 8 Prozent ihres Gehalts aus. (APA)