Ein High-Tech-Unternehmen, das bereits jetzt internationales Interesse erzeugt, hat kürzlich in Bregenz seine Türen geöffnet. Gemeinsam mit einem Christian Doppler-Labor (CD-Labor) der Universität Linz arbeitet das junge Vorarlberger Unternehmen Photeon Technologies mit Hilfe modernster Simulationsverfahren an der Entwicklung von integrierten optischen Schaltkreisen für Telekommunikations- und Internetanwendungen.

Sieben Patente konnte Photeon bisher auf dem Gebiet des optischen Internet erfolgreich anmelden, mit der ersten Produktfamilie, einem 64 Kanal Multiplexer mit einer Übertragungsrate von 320 Gigabyte pro Sekunde, ist es nun gelungen, in die internationale Spitze der Branche vorzustoßen, berichtete heute, Montag, Photeon-Geschäftsführer Heinz Seyringer bei der Vorstellung des Unternehmens und des Labors.

Zu den Kunden des zu hundert Prozent auf Forschung und Entwicklung ausgerichteten Unternehmens Photeon Technologies zählen bereits jetzt bekannte US-Firmen und Institute wie das renommierte Massachusetts Institute of Technologies (MIT). Dementsprechend hoch sind auch die Ziele des Photeon Geschäftsführers Seyringer. Er möchte Photeon zum führenden europäischen Entwicklungszentrum für integriert optische Bauelemente machen.

Seyringer: "Um dieses Ziel zu erreichen, investieren wir sehr viel in die eigene Forschung und unterhalten Forschungskooperationen mit zahlreichen internationalen Partnern." Besonders eng ist die Zusammenarbeit mit dem kürzlich gegründeten Christian-Doppler-Labor für oberflächenoptische Methoden der Universität Linz. Forschungsergebnisse aus dem CD-Labor werden bei Photeon in Bregenz bei der Entwicklung optoelektronischer Bauelemente berücksichtigt.

Derzeit arbeiten die Wissenschaftler des CD-Labors und die Photeon-Entwicklungsingenieure an drei Schwerpunkten. Kernbereich von Photeon sind Multiplexer/Demultiplexer-Produkte. Sie erlauben es, verschiedene Lichtfarben gleichzeitig in einer Glasfaser - und damit riesige Datenmengen in sehr kurzer Zeit - zu übertragen. "Unser AWG-Demultiplexer würde es gestatten, gleichzeitig alle Telefongespräche von Österreich, Deutschland, der Schweiz und Liechtenstein in einer Glasfaser zu übertragen, die nur ein Zehntel eines menschlichen Haares beträgt", formulierte Seyringer als Beispiel.

Gemeinsam mit dem Christian-Doppler-Labor steht die Entwicklung von optoelektronischen Bauelementen auf der Basis von Photonischen Kristallen im Mittelpunkt. Für den Einsatz dieser Kristallen, die unter anderem Licht zu hundert Prozent reflektieren, erhoffen sich Wissenschaftler eine ähnliche Bedeutung wie seinerzeit beim Siegeszug der Halbleiter in der Elekronik.

Photeon beschäftigt derzeit 14 Mitarbeiter aus acht verschiedenen Ländern. Die Gründung des Christian-Doppler-Labors unterstützt Photeon in den ersten zwei Jahren mit 120.000 Euro, in den folgenden fünf Jahren mit 200.000 Euro. 599.000 Euro fließen aus EU-Mitteln, 434.000 Euro aus Mitteln des Landes Vorarlberg in das CD-Labor. Weitere Förderungen in der Maximalhöhe von 400.000 Euro kommen aus Forschungsförderungsgeldern des Infrastrukturministeriums.(APA)