Wien - Am Mittwoch entscheidet sich laut einem Zeitungsbericht die Zukunft des in großen Finanzproblemen steckenden Wiener Headhunters Neumann: Kommt bei der außerordentlichen Hauptversammlung der Futura Beteiligungs AG (in ihr sind die - 83 Prozent an der Neumann-Holding haltenden - Neumann-Partner vertreten) nicht die erforderliche Kapitalerhöhung zu Stande, droht die Insolvenz. Gleichzeitig soll der Weg für einen neuen Investor freigemacht werden, indem der Verkauf der im Besitz der Futura stehenden Neumann-Aktien genehmigt wird, berichtet die "Presse". Die Kapitalerhöhung soll von den Partnern kommen. Eine Schlüsselrolle spiele dabei Ex-Neumann-Vorstand Wolf Hartig-Girardoni, der mit 10 Prozent größter Einzelaktionär sei.

Banken ungeduldig

Die Neumann-Gläubigerbanken Erste Bank und Raiffeisen Zentralbank (RZB) pochen dem Bericht zufolge auf eine rasche Geldzufuhr, andernfalls wollen sie den Kredithahn zudrehen. Andererseits soll der dringend gesuchte neue Investor - dem Vernehmen nach die Investmentgruppe 3i - einen Schuldennachlaß der Banken zur Bedingung gemacht haben.

Freilich dürfte der Abgang des gesamten Top-Beraterteams der Neumann Management Consulting (NMC) zum Konkurrenten Korn/Ferry und die damit in Zusammenhang stehende Verschmelzung der NMC mit der Neumann Holding (Wiener Zeitung vom 10. Jänner) einen Investor nicht gerade begeistern, da die NMC der profitable Geschäftsbereich gewesen sei. Ein neuer Partner könnte übrigens in eine neu zu gründende Auffanggesellschaft einsteigen, während die Neumann Holding in die Insolvenz geschickt werde, beruft sich das Blatt auf Branchenkreise.

Probleme mit Auslandstöchtern

Neumann sei vor allem durch schwere Probleme in den Auslandstöchtern - fünf Niederlassungen seien geschlossen oder zahlungsunfähig geworden - in Schieflage geraten. Der Verlust soll im abgelaufenen Jahr 2002 rund 12 Mio. Euro erreicht haben, viermal so viel wie das Grundkapital von 3,16 Mio. Euro.

Laut Tagesordnung der am 15. Jänner stattfindenden Hauptversammlung soll das Grundkapital der Futura von derzeit 2,602 Mio. Euro um einen bar zu leistenden Betrag von 5,695 bis 6,715 Mio. Euro aufgestockt werden. Dazu sollen auf Namen lautende Nennbetragsaktien zum Ausgabekurs von 78 Euro begeben werden. (APA)