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Foto: APA/ epa/ Andrew Parsons

Sizewell/Wien - Das britische AKW Sizewell B ist heute von 19 Greenpeace Aktivisten gestürmt worden. Ohne größere Probleme hätten die Umweltschützer sogar Zugang zum Kontrollraum und zum Reaktorblock des Meilers erlangt, hieß es in einer Aussendung der Organisation. Nach dem vergangenen Oktober waren die Aktivisten zum zweiten Mal in der Lage, in die Anlage einzudringen und die Sicherheitsmängel des angeblich sichersten aller britischen Atomkraftwerke zu entlarven, so Greenpeace.

Zaun als einzige Abgrenzung

Die Aktivisten hatten laut der Aussendung ein Loch in den doppelten Drahtzaun geschnitten, der die einzige Abgrenzung der Nukleareinrichtung von einem öffentlichen Badestrand darstellt. Mit einer Leiter gelangten die 19 Umweltschützer zum Sicherheitsbereich. Neun von ihnen kletterten gleich auf die Reaktorkuppel. Erst nach fünf Minuten seien drei unbewaffnete private Sicherheitsleute zur Stelle gewesen.

Eintritt in Nachtlub ist schwerer als in AKW zu gelangen

"Es ist einfacher in das Atomkraftwerk zu gelangen, als in einen Nachtclub", sagte Greenpeace Aktivist Rob Gueterbock. Sollten Terroristen das AKW stürmen, könne dies tödlich enden, warnte die Organisation. Ein Sabotageakt könnte zu radioaktiver Verseuchung in mehreren Kilometern Umkreis führen. Außer dem Kernreaktor befinden sich auch radioaktiver Müll und nukleare Brennstäbe auf dem Gelände.

Warnung vor Terrorattacken

Die Organisation erinnerte an die Warnung der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO) in Wien, wonach eine Terrorattacke hochwahrscheinlich sei und auf Nukleareinrichtungen zielen könnte. Berichten des US Geheimdiensts CIA zufolge sei das vierte der am 11. September 2001 entführten Flugzeuge für das Atomkraftwerk auf Three Mile Island bestimmt gewesen. Die US-amerikanische Nuklearbehörde NCI habe gewarnt, dass in El Kaida-Training-Camps auch die Zerstörung von Atomanlagen unterrichtet werde. (APA)