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Horst Mahler vor Gericht

Foto: APA/dpa/Nietfeld

Hamburg - Das Hamburger Amtsgericht hat den Prozess gegen den NPD-Anwalt Horst Mahler wegen Äußerungen über die Anschläge vom 11. September am ersten Tag ausgesetzt, um mehrere Zeugen zu laden. Richterin Gudrun Stöhr kündigte am Montag an, die Verfasser des Beitrags für das NDR-Magazin "Panorama" als Zeugen zu befragen. Die ungeschnittene Fassung des Interviews hat die Redaktion nach eigenen Angaben bereits gelöscht.

Die Staatsanwaltschaft wirft Mahler vor, in dem Beitrag zu den Anschlägen unter anderem gesagt zu haben: "Es war ein Erschrecken und gleichzeitig auch das Gefühl: Endlich mal! Endlich sind sie mal im Herzen getroffen." Außerdem soll er in dem Interview gesagt haben: "Das war höchste Zeit!"

Der Angeklagte bestritt die ihm vorgeworfene Billigung der Anschläge in der mündlichen Verhandlung. Er behauptete, das Interview sei so zusammengeschnitten worden, dass es seine Aussage verfälscht wiedergegebe.

Dafür hatte Mahler einen Strafbefehl über 6.000 Euro erhalten, gegen den er Widerspruch einlegte. Auf die Billigung von Straftaten stehen eine Geldstrafe oder bis zu drei Jahre Haft. In dem Hamburger Verfahren lässt sich Mahler von Hans Günter Eisenecker verteidigen, einem anderen NPD-Anwalt. Zwei frühere Termine für den Beginn des Verfahrens waren geplatzt. Mahler, einst Verteidiger der linksextremen Rote Armee Fraktion (RAF), vertritt die NPD auch im Verbotsverfahren gegen die rechtsextreme Partei vor dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe. (APA)