Wien - Der schwer angeschlagene Linzer Callcenter-Betreiber CLC, den das Schweizer Finanzhaus BlueBull kurz vor Weihnachten mehrheitlich übernommen hat, schrieb im Geschäftsjahr 2002 nach vorläufigen Zahlen massive Verluste. Wie die börsenotierte CLC AG am Montag Nachmittag im Anschluss an die außerordentliche Hauptversammlung ad hoc mitteilte, wird der Fehlbetrag für 2002 voraussichtlich rund 25 Mio. Euro betragen.

Camelot-Übernahme belastet

Ein Großteil davon entfalle auf Wertberichtigungen, hieß es. Zugesetzt hat CLC vor allem die 2001 übernommene deutsche Camelot. Allein hier seien rund 11 Mio. Euro abzuschreiben. Nach teuren Sanierungsmaßnahmen hatte CLC die einst am Neuen Markt notierte Münchner Tochter - wie berichtet - Mitte Dezember 2002 in den Ausgleich geschickt.

Neuer Aufsichtsrat

Der bisherige CLC-Aufsichtsrat legte nach der ao. HV, bei der die Aktionäre gemäß Paragraf 83 Aktiengesetz über einen Verlust von mehr als der Hälfte des Grundkapitals informiert wurden, seine Funktion zurück. Der neue CLC-Aufsichtsrat setzt sich aus Bettina Schragl, Vorsitzende Geschäftsleitung BlueBull AG, Michael Hörandl, Geschäftsführer BlueBull Capital Markets Consulting GmbH, und Christoph Rohrmoser, Finanzvorstand BlueBull AG, zusammen.

Um die Eigenkapitalbasis zu bessern, haben die CLC-Aktionäre auch eine Abänderung der Bedingungen für die ausgegebene Wandelschuldverschreibung in Höhe von 6,7 Mio. Euro beschlossen. Bis 31. Jänner 2003 sind die Wandelanleihe-Inhaber demnach berechtigt, die Schuldverschreibungen in Stückaktien der CLC AG umzutauschen, wie CLC ad hoc mitteilte.

Auskunftsgeschäft wird ausgegliedert

Der neue Finanzchef, Michael Lielacher, will den Angaben zufolge in den kommenden Monaten das profitable Auskunftgeschäft 11-88-99 in eine eigene Aktiengesellschaft ausgliedern. In diesem Fall, so hieß es weiter, wäre es möglich, dass CLC-Aktionäre zusätzlich aliquot Aktien an der neuen AG erhalten könnten. Die Aktivitäten der CLC-Gruppe in den mittelosteuropäischen Ländern sollen verstärkt und auf weitere Länder ausgedehnt werden.

Weiters wurde eine bedingte Erhöhung des Grundkapitals um 3,895.349 auf 10,084.429 Euro genehmigt. "Diese Erhöhung darf soweit durchgeführt werden, wie vom Umtauschrecht der Wandelanleihe-Gläubiger Gebrauch gemacht wird", heißt es in der Ad-hoc-Information der CLC. (APA)