Nikosia - Der Zypern-Sondervermittler der Vereinten Nationen, Alvaro de Soto, hat die Volksgruppenführer der Griechen und Türken auf der östlichen Mittelmeerinsel aufgerufen, die Gespräche zur Überwindung der Teilung zu beschleunigen. "Wenn es bis zum 28. Februar keine Lösung gibt, dann wird die Sache sehr schwierig", sagte der peruanische UNO-Diplomat am Montag im zypriotischen Radio. De Soto gab bekannt, er werde sofort Kontakt mit Staatspräsident Glafcos Clerides und Türkenchef Rauf Denktas aufnehmen. Dabei wolle er sondieren, wie die Gespräche intensiviert werden könnten.

Denktas hat bisher den Wiedervereinigungsplan von UNO-Generalsekretär Kofi Annan abgelehnt. Der Plan sieht einen Bundesstaat Zypern mit ungeteilter Souveränität aus zwei gleichberechtigten Gebietseinheiten für die griechische und die türkische Volksgruppe vor, die wie die Schweizer Kantone ihre eigenen Regierungen haben sollen. Die türkischen Zyprioten müssen ihre Forderung nach Zweistaatlichkeit aufgeben.

Die Türkei hält den Nordteil der Insel seit der Invasion von 1974 besetzt und hat dort knapp 40.000 Soldaten stationiert und mehr als 100.000 Festland-Türken angesiedelt. Rund 30.000 türkische Zyprioten hatten Ende Dezember für die Wiedervereinigung der Insel und die EU-Mitgliedschaft demonstriert. Sie forderten den Rücktritt von Denktas, dem sie vorwarfen, eine Einigung mit der griechisch-zypriotischen Seite zu behindern. Nahezu zwei Drittel der türkischen Zyprioten unterstützen den UNO-Wiedervereinigungsplan, wie Meinungsumfragen ergaben. (APA/dpa)