Elisabeth Zanon-zur Nedden: "Die ÖVP will nicht 20 Prozent Selbstbehalt bei jedem Arztbesuch. Das kann die ÖVP gar nicht wollen"

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Wien - Die stellvertretende ÖVP-Obfrau und Tiroler Landesrätin Elisabeth Zanon-zur Nedden stellt klar, dass ein 20-prozentiger Selbstbehalte beim Arztbesuch innerhalb der Volkspartei noch keine ausgemachte Sache sei. "Die ÖVP will nicht 20 Prozent Selbstbehalt bei jedem Arztbesuch. Das kann die ÖVP gar nicht wollen, weil es noch kein fertig ausgearbeitetes Konzept gibt", erklärt Zanon-zur Nedden in den der "Salzburger Nachrichten". Die diesbezügliche Forderung von Gesundheitssprecher Erwin Rasinger sei dessen "persönliche Meinung. Das ist nicht Meinung der ÖVP."

Die ÖVP-Chefverhandlerin für den Gesundheitsbereich betont in dem "SN-Interview" ebenso wie bereits gegenüber der "Tiroler Tageszeitung" vom Wochenende, dass ihre Partei zwar grundsätzlich für Selbstbehalte sei, die exakte Form sei aber noch nicht entschieden. "Es gibt noch kein konkretes Programm. Aber es gibt klare Zielsetzungen." Die Selbstbehalte müssten harmonisiert werden, eine bessere soziale Treffsicherheit erhalten und dürften niemanden vom Gesundheitssystem ausschließen. Ziel seien "sinnvolle und sozial gerechte Selbstbehalte, die auch Rücksicht nehmen auf die Belastung jedes Einzelnen". Weiters fordert Zanon-zur Nedden auch die Leistungen der einzelnen Krankenkassen zu harmonisieren.

Die SPÖ-Forderung nach Abschaffung der Ambulanzgebühr wird nach Ansicht der ÖVP-Landesrätin "kein Hindernis sein, mit den Sozialdemokraten in eine Koalition zu gehen." Denn im Zuge der Reformierung der Selbstbehalte "wird es die Ambulanzgebühr in der Form nicht mehr geben". Eine klare Absage erteilt Zanon-zur Nedden allen Überlegungen, die Krankenkassen zusammenzulegen. (APA)