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Wien - Österreich sei bei der Erwerbsbeteiligung von Arbeitnehmern im Alter von 60 oder mehr Jahren das Schlusslicht im internationalen Vergleich, stellt die Industriellenvereinigung im Zusammenhang mit der Diskussion über Pensionsreform und Wirtschaftsimpulse fest. Nur mehr 12,4 Prozent der 60- bis 64-Jährigen seien demnach berufstätig, im Jahresdurchschnitt 2001 waren das 24.398 Personen. Bei Männern beträgt der Anteil der noch Berufstätigen in dieser Altersgruppe 17,3 Prozent und bei Frauen acht Prozent.

In der Altersgruppe zwischen 55 und 59 Jahren stehen insgesamt weniger als die Hälfte (44,2 Prozent, davon 63,5 Prozent der Männer und 25,6 Prozent der Frauen) noch im Berufsleben, in absoluten Zahlen 14.333 Arbeitnehmer.

Bei den 50- bis 54-Jährigen sind es 76,5 Prozent (87,9 Prozent der Männer bzw. 65,15 Prozent der Frauen), in absoluten Zahlen sind es 295.846 Personen.

Faktor Ausbildung

Die Erwerbsbeteiligung von Menschen ab 50 hänge eng mit der Ausbildung zusammen. 55- bis 59-Jährige mit maximal Pflichtschulabschluss stünden nur mehr zu 33,8 Prozent (Männer 51,9 Prozent, Frauen 23,8 Prozent) in einem Arbeitsverhältnis, bei Hochschulabsolventen seien es dagegen 88,9 Prozent (Männer 92,8; Frauen 77,8 Prozent).

Die Vergleichszahlen: Im EU-Durchschnitt sind laut Auskunft der Industriellenvereinigung 39 Prozent der 55-bis 64-Jährigen noch im Beruf. In Dänemark, Schweden, Großbritannien und Portugal sind es sogar mehr als die Hälfte, in Österreich jedoch weniger als 30 Prozent. Der Anteil sank kontinuierlich in den vergangenen Jahrzehnten.

IV-Generalsekretär Lorenz Fritz fordert von der kommenden Regierung, die heimischen Firmen bei der Anstellung älterer Arbeitnehmer kostenmäßig zu entlasten wie auch Incentives für "lebenslange Weiterbildung" zu schaffen. (APA, szem)