Neu-Delhi - Bei einer seit vier Wochen andauernden Kältewelle sind in Indien, Bangladesch und Nepal inzwischen etwa 1.000 Menschen erfroren.

Nach Zeitungsberichten am Dienstag starben allein in Bangladesch 420 Menschen. In Indiens bevölkerungsreichstem Bundesstaat Uttar Pradesh im Norden des Landes sollen Medienberichten zufolge 340 Menschen erfroren sein. "Dieser Winter ist härter, weil die Temperaturen auf ungewöhnlich niedrige Tiefstände gefallen sind. Wir finden häufig Menschen, die tot auf der Straße liegen", berichtete ein Mitarbeiter einer Obdachlosenorganisation in Indiens Hauptstadt Neu-Delhi.

Schon bei Temperaturen um den Gefrierpunkt sind Tausende Obdachlose, zu denen auch Bauarbeiter und Rikscha-Fahrer gehören, vom Kältetod bedroht. Sie besitzen häufig keine Decken und nicht einmal Zeitungen zum Zudecken, da diese in Indien recycelt werden. Mangelernährung verschärft Experten zufolge die Folgen der Kältewelle. Die Behörden in den drei südasiatischen Ländern teilten nach eigenen Angaben Decken aus und richteten zusätzliche Unterkünfte ein. Bei drei Grad Celsius wurden in der indischen Bundesstaat Bihar die Schulen geschlossen. (Reuters)