Hamburg - Machtgier und Profilierungssucht - viel mehr haben Politiker nach Ansicht zahlreicher Frauen in Deutschland derzeit nicht zu bieten. Das ergab eine am Montag veröffentlichte repräsentative Umfrage im Auftrag der deutschen Ausgabe der Frauenzeitschrift "woman", für die Meinungsforscher des Instituts Forsa 1.003 Frauen im Alter von 19 bis 59 Jahren befragt hatten.

Schlechter Stand für Westerwelle, Schröder und Stoiber

Besonders schlechte Zeugnisse stellten die Befragten dabei den drei Spitzenkandidaten der letzten Bundestagswahl aus: Am wenigsten halten die Frauen von FDP-Chef Guido Westerwelle (42 Prozent), dicht gefolgt von Bundeskanzler Gerhard Schröder (41 Prozent) und dem CSU-Vorsitzenden Edmund Stoiber (38 Prozent). Deutlich besser schnitten hingegen Außenminister Joschka Fischer (Grüne), Wirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) und CDU-Generalsekretär Laurenz Meyer ab. Während sich über Meyer lediglich 20 Prozent der Befragten ärgerten, waren es bei Clement nur 19 und bei Fischer sogar nur 15 Prozent.

Nach Ansicht von 51 Prozent der Befragten spielen Eitelkeit, Machtgier und Kompetenzgerangel für die Politiker eine weitaus größere Rolle als die Lösung wirtschaftlicher Probleme. Neuwahlen sehen allerdings die wenigsten als Lösung: Nur 26 Prozent der Frauen glauben, dass diese die wirtschaftliche oder soziale Situation im Land verbessern würden. Zwei Drittel (69 Prozent) sehen hingegen auch dafür schwarz. (APA/AP)