Rom - Die lombardische Finanzgesellschaft Hopa hat nun ihre Pläne für einen Einstieg in die krisengeschüttelte Autogruppe Fiat vorgestellt. Die Gesellschaft unter Kontrolle des Finanziers Emilio Gnutti hat nach Angaben der Mailänder Wirtschaftszeitung "Sole 24 Ore" (Dienstagsausgabe) ein Unternehmerbündnis aufgebaut, das Finanzmittel für eine Fiat-Kapitalaufstockung im Wert von 500 Mio. Euro auftreiben kann. Weitere 2,5 Mrd. Euro sollen in den nächsten Monaten mit der Unterstützung verbündeter Banken gesammelt werden, hieß es Indiskretionen zufolge.

Gnutti, der sich 1999 mit dem lombardischen Finanzier Roberto Colaninno an der Übernahme der Telecom Italia beteiligt hatte, kann mit solider Unterstützung rechnen. Die Mediengesellschaft Fininvest unter Kontrolle des italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi zählt mit einer 5-prozentigen Beteiligungen zu den Hopa-Aktionären. Berlusconi soll mit Gnuttis Plan einverstanden sein. Der italienische Ministerpräsident hatte jedoch dementiert, dieser Tage Gnutti in Rom getroffen zu haben.

Auch die Unternehmerfamilie Agnelli, Hauptaktionärin der Turiner Gruppe, beobachtet mit Interesse Gnuttis Pläne. Seine guten Beziehungen zu italienischen Banken und zur Regierung seien wichtige Elemente zur Förderung eines Dialogs mit der Gründerfamilie des Pkw-Konzerns, berichtete "Sole 24 Ore". Zugleich beanspruche Gnutti für sich keine Führungsrolle im Konzern, der weiterhin unter der Leitung des Präsidenten Paolo Fresco bleiben könnte.

Gnuttis Projekte steht in direkter Konkurrenz zu denen des ehemaligen Telecom Italie-Chefs Colaninno: Colaninno will zwar mit seinem Plan acht Mrd. Euro zur Fiat-Rettung auftreiben, beansprucht jedoch die Rolle des Fiat-Geschäftsführers. Die Agnellis wollen jedoch nicht das Ruder des Konzerns verlieren, daher ist bei ihnen Colaninnos Sanierungsstrategie nicht willkommen.

Am Donnerstag wird Colaninno in Turin seien Plan vorlegen. Kernpunkt ist die Trennung zwischen der Autosparte und dem Rest der Gruppe. Die Autosparte, die auch mit dem Sportwagenhersteller Ferrari fusioniert werden könnte, sollte an die Mailänder Börse gehen. (APA)