Wien - "Wir sehen uns nicht 'eye to eye'", sagte der niederländische Außenminister Jaap de Hoop Scheffer nach einem Treffen mit seiner österreichischen Amtskollegen Benita Ferrero-Waldner am Dienstag in Wien in Sachen Transitproblematik. Gleichzeitig betonte der Minister seine Hoffnung, dass beim nächsten Ministertreffen in der Transitfrage doch noch eine "gute Lösung" gefunden werde. "Ich verstehe ganz genau, wie wichtig das für jede Regierung in Österreich" ist", meinte sagte de Hoop Scheffer. Auch Holland habe jedoch seine Interessen und verfüge über eine moderne Lkw-Flotte mit Euro-IV-Fahrzeugen. Er trete jedenfalls für eine streckenabhängige Straßenbenützungsgebühr ein, so der Minister. Ferrero-Waldner betonte, Österreich stehe nach wie vor zu dem bereits vorgelegten Kompromissvorschlag.

Weiteres Thema bei den Gesprächen war laut beiden Ministern der derzeitige OSZE-Vorsitz und dessen Prioritäten, unter anderem der Kampf gegen die Schlepperkriminalität und das Bemühen um eine Lösung für Tschetschenien. De Hoop Scheffer sagte jedoch, er sei angesichts der Haltung Russlands "nicht optimistisch", dass die 'assistance group' der OSZE nach Tschetschenien zurückkehren könne. Außerdem wurden die bevorstehende EU-Erweiterung und die Lage im Irak behandelt. In beiden Bereichen gibt es offenbar weitgehend übereinstimmende Positionen Österreichs und der Niederlande.

De Hoop Scheffer kündigte an, man werde Montag in einer Woche in Brüssel versuchen, die geplante Mission des griechischen Außenministers Georgios Papandreou in arabische Staaten mit einem gemeinsamen Mandat der EU auszustatten. Er räumte jedoch ein, dass "schwierig" sein werde, eine gemeinsame Position der Europäischen Union zu finden. Beide Außenminister betonten die Wichtigkeit, der "UN-Spur" - so Ferrero-Waldner - bis zum Ende zu folgen. (APA)