Der Antrag zweier US-Industrieverbände auf Berufung gegen das Urteil im Microsoft -Prozess ist von der zuständigen Bundesrichterin abgelehnt worden. Nach Ansicht von Richterin Colleen Kollar-Kotelly hatten die beiden Organisationen, die "Software and Information Industrie Association" (SIIA) sowie die "Computer and Communications Industrie Association" (CCIA), keine Parteienstellung im Verfahren. Sie haben daher auch keine Möglichkeit gegen den Ausgang des Prozesses zu berufen. Der SIIA und der CCIA stehe es allerdings frei, selbst gegen den Softwarekonzern klagen, heißt es in der Ausführung von Kollar-Kotelly . "Friend-of-the-Court"

Zu den Mitgliedern der SIIA und der CCIA zählen unter anderem Unternehmen wie Verizon, Oracle, Sun oder AOL Time Warner. Diesen gehen die Auflagen aus dem Vergleich nicht weit genug. Die beiden Organisationen hatten als "Friend-of-the-Court" an dem Verfahren teilgenommen. Ihnen wurde allerdings keine Parteistellung eingeräumt. Das Urteil im Microsoft-Prozess wird bereits von zwei US-Bundesstaaten, West Virginia und Massachusetts, angefochten.

Nach vier Jahren

Mit dem Urteil von US-Bundesrichterin Kollar-Kotelly im Microsoft-Prozess vom vergangenen November ging ein vier Jahre langes Verfahren zu Ende. Der Konzern wurde dabei wegen wettbewerbsschädigenden Verhaltens verurteilt, konnte aber durch seinen Vergleich mit dem US-Justizministerium einer härteren Strafe entgehen. Die US-Bundesstaaten, die sich dem Vergleich nicht angeschlossen hatten, konnten danach nur noch einige zusätzliche Bedingungen in den Vergleich hineinverhandeln. Die ursprünglich angestrebten harten Strafen für Microsoft konnten sie allerdings nicht durchsetzen.(pte)