Am kommenden Donnerstag startet die Versteigerung des gesamten Inventars des Wiener Hilton-Hotels am Stadtpark. Die rund 50.000 Objekte - vom Kleiderständer bis zur kompletten Restaurant-Ausstattung - können seit heute, Dienstag, besichtigt werden. "Das Interesse ist riesengroß", freute sich Konrad Windsperger vom Dorotheum im Gespräch mit der APA: "Die Zimmereinrichtungen sind de facto schon verkauft." Das Hotel wird danach generalsaniert und soll 2004 wiedereröffnet werden.

"Regelrechtes "G'riß"

Die potenziellen Käufer kämen vor allem aus der Hotelier- und Gastronomiebranche: "Die wollen bis zu 250 Zimmer en bloc haben." Für die Ausstattung der im Stil der siebziger Jahre möblierten Räume gebe es schon vorab ein regelrechtes "G'riß" zwischen einem deutschen, einem polnischen und einem österreichischen Bieter. Wo die nicht mehr ganz taufrischen Möbel zum Einsatz kommen sollen, ist Windsberger nicht ganz klar: "Vielleicht in Osteuropa?"

"Bleiben Sie mir bitte zusammen"

Doch auch auf Privatpersonen scheint die Vorstellung, das Eigenheim mit dem Mobiliar eines Nobelhotels aufzuwerten, eine hohe Attraktion auszuüben. Bereits kurz vor 9.00 Uhr, dem Beginn der Besichtigungstouren, hatten sich gut 30 Personen im Hotel versammelt.

Kurz darauf geht die erste Führung los. "Bleiben Sie mir bitte zusammen, sonst verirren Sie sich und finden nicht mehr raus", so die Bitte des Präsentators beim Schnelldurchgang durch die unteren Geschoße des riesigen Hotelkomplexes. Klaviere werden ausprobiert, Fauteuils auf ihre Bequemlichkeit getestet. Für Ernüchterung sorgt allerdings, dass die Tausenden Inventarteile zu knapp 800 Versteigerungsposten zusammengefasst sind: "Was muss ich für diese Lampe alles dazu nehmen?", fragt etwa ein junger Mann in einem der Besprechungsräume. Die knappe Antwort: "25 Besprechungstische und 250 Sessel."

Verblasster Prunk

Amüsiert zeigen sich viele über den verblassten Prunk der siebziger Jahre. In einem der Veranstaltungssäle kommen etwa die Deckenlampen unter den Hammer. "Kein Wunder, dass sie die loswerden wollen, so wie die ausschauen", höhnte ein grinsender Besucher angesichts der riesigen Glas-Ungetüme.

Beim Dorotheum hofft man trotzdem, dass man für alle Posten einen Käufer finden wird. Windsperger rechnet mit einem Umsatz zwischen 300.000 und 450.000 Euro. Die Versteigerung startet am Donnerstag um 10.00 Uhr im Hotel und dürfte bis in die Abendstunden andauern. Was keinen Käufer findet, wird der Caritas zur Verfügung gestellt. (APA)