Wien - Mit 9.056 Pleiten gegenüber 8.949 Fälle im vorangegangenen Jahr musste Österreich 2002 einen Insolvenzrekord verkraften. Damit wurde im vergangenen Jahr bei Firmenpleiten und Privatinsolvenzen die Marke von 9.000 Fälle überschritten berichtet der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) in der am Dienstag veröffentlichten Insolvenzstatistik 2002. Von den Gesamtinsolvenzen entfallen 5.275 oder 58,2 Prozent auf Unternehmen und 3.781 Fälle oder 41,8 Prozent auf Private.

Der traurige Rekord sei auf das Ansteigen bei den Privatkonkursen zurückzuführen, die im Jahresvergleich um 102 Fälle oder um 2,8 Prozent zulegten, während es bei den Firmenpleiten lediglich ein Plus um 5 Fälle oder um 0,1 Prozent gab.

Während die Ausgleiche im Vorjahr um 30,7 Prozent auf 122 Fälle zurückgingen, nahmen die Konkurse mit einem Plus um 2,7 Prozent auf 5.964 Fälle weiter zu. Die eröffneten Verfahren stiegen um 1,7 Prozent auf 6.036 Fälle, die abgewiesenen Konkursanträge stagnierten bei 2.970 (2.965) Fälle. Die Passiva gingen auf 3,75 Mrd. Euro nach 4,03 Mrd. Euro im vorangegangenen Jahr zurück. Die Zahl der gefährdeten Arbeitsplätze ging auf 31.144 (32.910) zurück.

Die meisten Pleiten gab es mit 1.001 Fällen im Bauhaupt- und Nebengewerbe, gefolgt von Gaststätten und Hotellerie mit 847 Fällen und Transportunternehmen mit 425 Fällen.

Die Insolvenzstatistik 2002 zeigt laut AKV keine Anhaltspunkte für eine Verbesserung der gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen, da die Zahl der Ausgleiche im Vorjahr mit 121 Fälle wieder auf das Niveau der Vorjahre zurückgegangen ist, während gleichzeitig die Konkurse und die mangels Masse abgewiesenen Konkursanträge gestiegen sind.

Laut AKV haben sich weder die Flutkatastrophe noch die Euroeinführung auffällig bemerkbar gemacht. Das allgemeine Insolvenzrisiko für die heimischen Wirtschaftstreibenden wird vom AKV als "unverändert hoch "eingeschätzt. (APA)