Der französische Medienkonzern Wanadoo hat als erster international bedeutender Online-Anbieter auf Konzernebene die Gewinnschwelle erreicht. Wanadoo teilte am Dienstag bei der Bekanntgabe erster Geschäftszahlen für das zurückliegende Jahr mit, das Unternehmen sei auf der Basis des Nettoergebnisses profitabel. Details wollte der scheidende Vorstandschef Nicolas Dufourq nicht nennen.

Auch zum operativen Ergebnis (Ergebnis vor Steuern, Zinsen, Abschreibungen und Amortisationen) gab Wanadoo keine Details bekannt und prognostizierte lediglich einen Wert am oberen Ende der Marktschätzungen. Einer Umfrage zufolge hat Wanadoo im vergangenen Jahr ein operatives Ergebnis von durchschnittlich 68 Millionen Euro erwirtschaftet. Detaillierte Zahlen will Wanadoo erst Ende Februar bekannt geben.

Wettbewerber weise noch keine Nettogewinne auf

Die maßgeblichen Wettbewerber von Wanadoo wie etwa T-Online, Tiscali oder AOL Europe weisen noch keine Nettogewinne auf. Wanadoo hat gegenüber seinen Konkurrenten den Vorteil, dass ein Standbein des Konzerns das profitable Geschäft mit Telefon- und Branchenverzeichnissen umfasst. Knapp die Hälfte des Konzernumsatzes stammt aus dem Verzeichnisgeschäft und gleicht damit die Verluste im noch unprofitablen Internet-Geschäft aus. Wanandoo erwartet in diesem Bereich erst im laufenden Jahr ein positives Ergebnis vor Steuern, Zinsen, Abschreibungen und Amortisationen (Ebitda). Andere Internet-Unternehmen arbeiten dagegen bereits auf operativer Basis profitabel.

Der Umsatz von Wanadoo stieg nach Unternehmensangaben im abgelaufenen Jahr um 33 Prozent auf 2,075 Milliarden Euro. Für das laufende Jahr wurde ein leicht abgeschwächtes Wachstum bei den Erlösen in Höhe von 25 bis 30 Prozent in Aussicht gestellt. Die Kundenzahl wuchs im vergangenen Jahr um 41 Prozent auf 8,535 Millionen und lag damit über der von Wanadoo prognostizierten Zahl von acht Millionen Rund 16 Prozent der Wanadoo-Kunden nutzen das Internet über einen breitbandigen Internet-Anschluss, der hohe Datenübertragungsgeschwindigkeiten ermöglicht. (APA/Reuters)