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Foto: APA/Guenter R. Artinger

Wien/Hongkong - Influenza, die gefährliche Virusgrippe, ist vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern häufiger die Ursache von zum Teil schweren Erkrankungen als bisher angenommen. Das zeigt eine Studie aus Hongkong, die im "New England Journal of Medicine" vor kurzem veröffentlicht wurde, auf die jetzt in einer Aussendung der österreichischen Arge Influenza Bezug genommen wurde. Babys leiden im Winter oft an Erkrankungen der Atemwege, manchmal verbunden mit hohem Fieber und in weiterer Folge mit Mittelohrentzündung oder Lungenentzündung.

Für die schweren Verlaufsformen sind meist RSV-Viren (Respiratory Syncytical Virus) und Influenza-Viren verantwortlich. Eine Unterscheidung zwischen den beiden Erregern anhand des Erkrankungsbildes ist in Ländern mit deutlich ausgeprägten Jahreszeiten nicht möglich: Beide Viren-Arten verursachen ähnliche Beschwerden, sind im Winter gleichzeitig vorhanden und lösen regelrechte Wellen aus. Vereinzelte Viren-Tests an Säuglingen und Kleinkindern ließen jedoch vermuten, dass die Influenza oft beteiligt ist.

Hongkong-Studie

Im Unterschied zu Ländern mit einer ausgeprägten kalten Jahreszeit kommt es in tropischen Ländern zu zeitlich unterschiedlichen Influenza- und RSV-Wellen. Dadurch konnten Dr. Susan Chiu und Mitarbeiter in der Hongkong-Studie beweisen, dass Kinder im ersten Lebensjahr drei Mal so häufig eine Influenza mit schwerer Verlaufsform erleiden wie Kinder vom zweiten bis zum fünften Lebensjahr. Insgesamt sind Influenza-Viren zwei bis vier Mal häufiger Verursacher von schweren Erkrankungen mit hohem Fieber und Folgen für das Mittelohr, Lunge oder Herz wie RSV-Viren.

Für Säuglinge im ersten Lebens-Halbjahr steht kein Influenza-Impfstoff zur Verfügung. "Wenn alle Haushaltsmitglieder gegen Influenza geimpft sind, bedeutet das einen guten Schutz für das Baby, weil ein Geimpfter keine Influenza überträgt", betonte der Virologe Univ.-Prof. Dr. Christian Kunz gegenüber der Arge. "In der kalten Jahreszeit, speziell wenn eine Influenza-Welle durchs Land zieht, darf aber keine Influenza-ungeimpfte Person an das Baby heran gelassen werden", sagte Professor Kunz.

Kinder ab dem vollendeten sechsten Lebensmonat sollten gegen Influenza geimpft werden, wie die neue Studie aus Hongkong wieder einmal zeigt. Das erspart den Kleinen hohes Fieber und starke Schmerzen und den Eltern sorgenvolle, schlaflose Nächte. (APA)