"Digital ist besser" sang schon vor Jahren die deutsche Popgruppe Tocotronic - auch in der Medienbranche hat sich diese Einsicht schon längst durchgesetzt. Doch zumindest im Fernsehbereich ist digital nicht gleich digital: Während der erste groß angelegte österreichische Testbetrieb für digitales terrestrisches Fernsehen diesen Herbst in Graz starten soll, ist der digitale TV-Empfang via Satellit schon länger auf dem Vormarsch.

"Digital Video Broadcasting", und zwar "terrestrisch", kurz DVB-T, lautet das Zauberwort. Es besagt, dass die digitalen Programme von einem erdbasierten Sender verbreitet werden und via Antenne empfangen werden können. Darüber hinaus ist grundsätzlich auch der "portable" Empfang mit mobilen Endgeräten möglich. Für Digital-TV via Satellit, wie es etwa Premiere World oder ORF digital ausstrahlen, ist dagegen eine "Schüssel" notwendig. Dritte Möglichkeit ist die digitale Verbreitung über Kabel, wie es etwa UPC Telekabel anbietet.

Gemeinsam ist den digitalen Varianten, dass Zusatzinformationen gesendet werden können: etwa Text-Infos oder interaktive Dienste. Die Konsumenten müssen über ein Endgerät verfügen, das digitale Signale "versteht". In Österreich sind dafür so genannte Set-Top-Boxen im Handel. In Ländern, wo die Entwicklung von DVB-T schon weiter fortgeschritten ist - etwa Großbritannien - sind auch schon Fernseh-Geräte mit integrierter Schnittstelle erhältlich. Wichtig für die Akzeptanz durch die Konsumenten ist natürlich auch der Preis - mehr als 200 Euro sollte die Box nicht kosten, meinen Experten. In Deutschland sind die Geräte sogar schon ein wenig günstiger erhältlich.

Entscheidender Vorteil von Digital-TV ist die optimale Nutzung der Übertragungskapazitäten, da die Signale "Platz sparend" übermittelt werden können. Gerade in Ländern wie Österreich, wo auf Grund der Topografie nur sehr beschränkt Frequenzen zur Verfügung stehen, kann davon profitiert werden.

DVB-T befindet sich europaweit in unterschiedlichen Entwicklungsstadien. Gespannt blickt die Branche nach Berlin-Brandenburg, wo schon im Sommer 2003 alle analogen Programme abgeschaltet werden sollen. In anderen Ländern, etwa Finnland, war die Einführung von DVB-T-Angeboten vorerst ein Flop. (APA)