Wien - Erstmals seit der Börseneinführung am 21. November 2000 hat die Telekom Austria-Aktie einen zweistelligen Kurs erreicht. Mit einem Sprung von 4,9 Prozent auf 10,22 (Vortag: 9,74) Euro schloss der Titel am Dienstag an der Wiener Börse nach knapp einem Jahr auf einem neuen Allzeithoch. Kurz vor Handelsschluss notierte das Papier bereits bei 10,25 Euro. Das bisherige Alltime-High war Anfang Februar 2002 bei 9,95 Euro erklommen worden. Die Umsätze lagen heute mit gut 1,5 Millionen Stück (Einfachzählung) auf hohem Niveau.

Am Mittwoch kamen die Telekom Austria wieder etwas zurück und notierten um 1,17 Prozent tiefer bei 10,10 Euro.

34 Prozent Gewinn für Erstzeichner

TA-Erstzeichner, die zusätzlich zum Frühbucherbonus von 5 Prozent (für bis zu 1.000 Aktien) auch in den Genuss des im Sommer 2002 ausgeschütteten Treuebonus (in Form von Gratisaktien im Verhältnis 1 zu 10) kamen, haben ihren Kapitaleinsatz bisher um gut 34 Prozent gesteigert.

Auch Deutsche Telekom auf Höhenflug

Die Investmentbank Credit Suisse First Boston (CSFB) hat am Dienstag den europäischen Telekomsektor auf "Overweight" von zuvor "Market Weight" hochgestuft. Die im Vorjahr arg gebeutelte Aktie der Deutschen Telekom konnte heute in der Folge erstmals seit Mai 2002 den Ausgabepreis für Privatanleger von 1996 (14,32 Euro) wieder überschreiten.

Spekulationen

Telekom Austria dürften ebenfalls von der CSFB-Aufstufung profitiert haben, meinten Wiener Händler. Auch Spekulationen rund um eine Kooperation bis hin zu einer Kapitalverflechtung mit dem Schweizer Telekom-Konzern Swisscom, wofür laut Medienberichten der neue TA-Partner Vodafone den Weg ebnen könnte, dürften den Aktienkurs beflügelt haben. Mit dem Knacken der alten Widerstandsmarke bei 9,95 Euro sei der Weg nach oben charttechnisch jetzt frei, hieß es.

Die österreichische "T-Aktie", als "Volksaktie" im Zuge des bisher größten Börsegangs in Österreich zu 9 Euro auf den Kapitalmarkt gebracht, konnte sich bis dato trotz anfänglicher Kursstürze bis 5,60 Euro gegenüber dem europäischen Telekom-Sektor wacker schlagen.

ATX-Spitzenreiter

Nach dem verpatzten Börsendebüt im Herbst 2000 avancierten Telekom Austria 2001 - getrieben von kurzfristigen Übernahmespekulationen und gegen den schwachen Branchentrend - mit einem Kursplus von 55 Prozent zum Spitzenreiter im Wiener Leitindex ATX. Zum ersten Mal konnte damit auch der Emissionskurs klar übertroffen werden. Im vergangenen Jahr hatte der Telekom-Titel ebenfalls der negativen Kursentwicklung bei europäischen "Telkos" getrotzt. Im zweiten und dritten Quartal hatten TA zwar einen Durchhänger, nach dem Teilrückzug der Telecom Italia (TI) Anfang November war die Aktie mit einem Endspurt aber noch auf ein Jahresplus von 4 Prozent gekommen.

(APA)