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Foto: Archiv

Motorola hat in Wien das zweite Motorola-UTMS-Handy präsentiert. Das erstmals in Europa gezeigte A835 unterscheidet sich von seinem Vorgänger A830 darin, dass die dort optionalen Zusätze Kamera oder GPS bereits beide integriert sind. Auch die Standby-Zeit wurde laut Information von 100 auf 120 Stunden erhöht. Das A835 soll in der zweiten Jahreshälfte 2003 seinen kommerziellen Marktauftritt erleben.

Mitbringsel

Bob Schukai, Motorolas Director of 3G Products and Development für EMEA, hatte die Geräte von der kürzlich erfolgten Weltpräsentation in Shanghai mitgebracht. Die in Wien anwesenden Journalisten waren vor allem von der Bildqualität der auf den MMC-Karten der Geräte gespeicherten Videos angetan. A830 und A835 funktionieren sowohl in den GSM- und GPRS-Netzen im 900, 1800 und 1900 MHz-Band als auch mit der WCDMA-Technologie im 2,1 GHz-Bereich, verfügen über Bluetooth-Funktionalität und ein 176x220-Pixel Farbdisplay (4096 Farben beim A830, 65.000 Farben beim A835). Die maximalen Datenübertragungsraten im WCDMA-Modus betragen den Angaben zu Folge 64 kbps im Upload und 384 kbps im Download.

Strategisch

Mahr Zeit als den technischen Details widmete Bob Schukai seinen Ausführungen zur 3G-Strategie von Motorola, da die "Produkte nur Manifestationen der Strategie" seien. 3G sei eine schnelle, mobile Datenleitung, die den Usern entweder Zeit sparen oder Spaß ermöglichen solle. Die Erfolgsgeheimnisse für die Provider seien ein "bislang ungekanntes Ausmaß an Partnerschaften und Maßschneiderung der Produkte für spezifische Bedürfnisse". Außerdem müsse Content schon vor dem Marktstart vorhanden sein und es dürfe keine Verrechnung nach übertragenen Datenmengen geben. "Ich habe selbst zwei Abschlüsse, unter anderem in Elektrotechnik, und ich habe keine Ahnung, wie viel mir ein Megabyte bringt", so Schukai.

Probleme

Die von GPRS bekannten Abrechnungsmodelle würden nicht funktionieren. Als besonders wichtig nannte Schukai das Anbieten von "Info-Snacks", die User in den kurzen Zeiträumen der "Mikro-Langeweile" konsumieren könnten. Die ersten "Berührungen mit dem 3G-Massenmarkt" erwartet der Manager 2004. Doch werde es weder bei den Endgeräten noch den Nutzungsentgelten von Anfang an Massenmarkt-taugliche Preise geben. Die Netzbetreiber würden die Preise nur langsam senken um ihre Subscriberzahlen schrittweise zu erhöhen. Ein plötzlicher Ansturm von Usern könnte die Netze überfordern, da es für deren Nutzung bislang nur Simulationen aber keine echten Erfahrungswerte gäbe.

Wettbewerb

Die schärfste Konkurrenz erwartet sich Schukai aus Fernost, die Hersteller in Japan und Korea wären besonders im Multimedia-Bereich stark. Allerdings würden die Telefone von NEC beispielsweise kein GPRS beherrschen. Die ersten Motorola-Geräte, die auch WLAN unterstützen, sind für "Mitte bis Ende 2004" zu erwarten. Derzeit sei noch nicht klar, welcher Standard sich durchsetzen werde, "wahrscheinlich 802.11g", so Schukai.(pte)