Bern - Die Gewerkschaft Kommunikation ist empört darüber, dass der Schweizerische Telekom-Konzern Swisscom seinen längerfristig angekündigten Stellenabbau trotz voller Kassen unbeirrt durchziehen will. Ein florierendes Unternehmen gebe der Wirtschaft damit ein "fatales Zeichen".

Was die Gewerkschafter vor allem in Rage bringt, ist der Umfang und das Tempo des Stellenabbaus, wie Christian Levrat, Präsident der Gewerkschaft Kommunikation, am Dienstag in Bern ausführte. Im gegenwärtigen konjunkturellen Umfeld sei auch ein guter Sozialplan längerfristig keine Hilfe.

Mit einer Reihe von Forderungen, die zu Mittag bei Protestkundgebungen in Bern, Zürich und Genf bekräftigt wurden, verleihen die Gewerkschaften ihrem Kampf gegen "leichtfertige Entlassungen" im Ausmaß von rund 1.000 Stellen Nachdruck. Sie fordern, dass der Umfang der Restrukturierungsmaßnahmen überprüft wird.

Zudem wollen sie, dass die wöchentliche Arbeitszeit um zwei auf 38 Stunden gesenkt wird. Frei werdende Stellen sollten vermehrt mit internen Versetzungen besetzt werden, um auch so Kündigungen zu vermeiden. Zudem seien Überstunden zu reduzieren und die Weiterbildung zu verbessern.

Diese und weitere Forderungen sollen in den nächsten Wochen an Betriebsversammlungen mit dem Personal intensiv besprochen werden, wie Levrat ausführte. Im Moment sei die Geschäftleitung der Swisscom Holding noch nicht bereit, auf die Hauptforderungen einzugehen. (APA/sda)