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Das Ehepaars Borer-Fielding

Foto: Reuters/WIEGMANN

Der Schweizer Presserat hat den Ringier-Verlag wegen der Berichterstattung über den ehemaligen Schweizer Botschafter in Berlin, Thomas Borer, gerügt. Die Neugierde einer breiten Öffentlichkeit begründe noch kein öffentliches Interesse, stellte der Rat am Dienstag fest. Er sieht in der Berichterstattung der zu Ringier gehörenden Boulevardzeitungen "Blick" und "SonntagsBlick" eine schwere Verletzung der Intim- und Privatsphäre des Ehepaars Borer-Fielding. Dieses Urteil entspreche den Erwartungen des Ringier-Verlages, sagte dazu dessen Sprecherin Myrta Bugini auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.

Intimsphäre

Die Berichterstattung von "Blick" und "SonntagsBlick" über ein angebliches Verhältnis des damaligen Botschafters Thomas Borer mit einer Visagistin gehöre eindeutig zur Intimsphäre der Betroffenen, hielt der Presserat am Dienstag in einer Erklärung fest. Auf deren Respektierung hätten auch Personen des öffentlichen Lebens Anspruch. Öffentliches Interesse habe nicht bestanden. Offensichtlich unlauter sei außerdem die Bezahlung eines Informationshonorars von 10.000 Euro an die betroffene Frau gewesen. Es bestehe in diesen Fällen die Gefahr, dass eine Information aus kommerziellen und nicht aus publizistischen Gründen weitergegeben werde.

Wenig überrascht

Wenig überrascht vom Presserats-Urteil war man bei Ringier. Verleger Michael Ringier habe aber im vergangenen Juli bereits ausführlich Stellung genommen und sich entschuldigt, hieß es. "Dem haben wir nichts mehr beizufügen." Der Verlag hatte sich am 14. Juli 2002 mit Thomas Borer und seiner Ehefrau Shawne Fielding in einem außergerichtlichen Vergleich geeinigt. Michael Ringier entschuldigte sich und zahlte dem Ex-Botschafter ein Schmerzensgeld für den Schaden, den er als Folge der Berichterstattung erlitt. (APA/dpa/sda)