An bisher 270 Persönlichkeiten, die in Graz gelebt und nachhaltig gewirkt haben, erinnert das "Graz 2003"-Projekt "Personality Walk". Das Grazer Stadtmuseum hat die Internet-Datenbank erstellt, die in ausführlicher Weise die Vita der großen Söhne und Töchter sowie der "Wahlnichten und -neffen" der Stadt - nämlich den Persönlichkeiten mit so genanntem "Grazbezug" - darstellt. Im Laufe des Jahres soll die Datenbank um weitere Lebensläufe erweitert werden, erklärte Gerhard M. Dienes, der Leiter des Grazer Stadtmuseums.

Graz ist nicht nur die Heimatstadt berühmter Persönlichkeiten, sondern auch eine Stadt der Ausgewanderten, Zugewanderten, oft Vergessenen, die hier geforscht, gedacht, geschrieben, gemalt, musiziert oder auf eine anderer Weise wegweisend gewirkt haben. Das Projekt "Personality Walk" erinnert an sie, baut eine Datenbank über sie auf und arbeitet ihr Beziehungsgeflecht heraus.

Rund 1.900 Jahre reicht der Geschichtsbogen, den die Datenbank spannt. Die Liste reicht von der Gutsfrau aus der römischen Antike (Nammonia Materiu) über die ersten Ärztinnen (Oktavia Rollett und Grete Singer) bis zum Dirigenten Karl Böhm. Über den genialen Wissenschafter Johannes Kepler, der die Stadt des Glaubens wegen wieder verlassen musste, wird man ebenso informiert wie über die Nobelpreisträger, die an der Universität wirkten (Fritz Pregl, Julius Wagner von Jauregg, Erwin Schrödinger, Otto Loewi, Victor F. Hess und Karl von Frisch). Unterlegt ist das Ganze mit einer weiteren ausführlichen, lesenswerten Datenbank, welche die Geschichte der Stadt aus der Perspektive der Politik, Wirtschaft, Kultur, Geistes-, Natur- und technischen Wissenschaft (mit zahlreichen weiteren Internet-Links) zusammenfasst.

"Die Datenbank ist aus umfangreichen Recherchen unter Einbeziehung der Technischen Universität Graz sowie der Karl-Franzens-Universität und in Zusammenarbeit mit zahlreichen anderen Bildungseinrichtungen entstanden", so Dienes, der auch betont, dass die Arbeit noch lange nicht abgeschlossen ist. Zahlreiche Persönlichkeiten - vor allen Dinge Zeitgenossen - fehlen noch. "Wir sind ein Museum und daher in erster Linie in die Vergangenheit orientiert, der 'Personality Walk' soll allerdings kein 'Friedhof' sein. Daher haben wir zum Beispiel mit Barbara Frischmuth ein Anfang mit der Dokumentation von lebenden Persönlichkeiten mit Graz-Bezug gemacht", so Dienes. Zugleich will man die bisherigen Einträge am aktuellen Stand halten und ergänzen. "Wir sind nach wie vor für weitere Anregungen, Hinweise, biografisches Material, ob per mail, fax oder Post offen", so der Museumsleiter.(APA)