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Favorit für den Top-Job des Konzerns: Richard Parsons.

Foto: APA/Archiv

New York - Nach dem Rücktritt von AOL Time Warner Vorsitzenden Steve Case, der im Mai wirksam wird, ist der größte Medienkonzern der Welt auf hektischer Suche nach einem neuen Vorsitzenden. Favorit für den Topjob des Konzerns, der in den drei vergangenen Jahren Verluste schrieb, ist Richard Parsons, berichtete die New York Times am Dienstag. Parsons leitet das Unternehmen seit knapp einem Jahr als Nachfolger von Gerald Levine, der zusammen mit Case die Fusion ausheckte. Kompliziert wird die Nachfolgesuche durch den überraschenden Rücktritt von CNN-Chef Walter Isaacson.

Zweifel

Zwar soll Parsons beim Management der beiden divergenten Teile - das Internetunternehmen und der Mediensparte - großes Geschick bewiesen haben; jedoch sollen einige der Hauptaktionäre Zweifel daran geäußert haben, ob Parsons genug Vision zur weiteren Entwicklung des Medien- und Unterhaltungskonzerns habe. Wie schwierig sich die Verschmelzung von Old und New Economy gestaltet, belegen auch die Rücktritte in anderen globalen Medienunternehmen vor einigen Monaten, von Vivendi-Universal-Chef Jean-Marie Messier und des Bertelsmann-Chefs Thomas Middelhoff.

Zu den weiteren Anwärtern für den Vorsitz gilt der derzeitige Vizevorsitzende Ted Turner. Der CNN-Gründer hält einen Anteil von rund vier Prozent am Konzern. (spu, DER STANDARD, Printausgabe 15.1.2003)