Zum Mitschreiben noch einmal: Nicht über "Starmania" lustig machen! Denn das weist den Autor als vom Planeten Methusalem abgestürzten oder aus dem Paläozoikum irgendwie herübergeretteten Nichtauskenner aus, dessen Begriff von "Jugendkultur" noch bei den Pfadfindern, der Wandervogel-Bewegung und dem Rote-Falken-Zeltlager stehen geblieben ist.

Bitte nicht in die "Starmania"-Falle tappen! Natürlich ist "Starmania" zynischer Schrott. Natürlich ist es gegen den Bildungsauftrag, den guten Musikgeschmack und die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen von 1948. Aber die Kids stehen drauf. Sie wissen vermutlich, dass es Schrott ist, diskutieren aber trotzdem darüber, warum es voll krass ist, dass die Vera rausmusste. Genauso wie ältere Männer sich vollkommen bewusst sind, dass österreichischer Fußball zynischer Schrott ist und sie trotzdem nicht davon lassen können.

Man hätte schon anlässlich "Taxi Orange" lernen können: Trash ist ein Lebensmittel. Dagegen kommt kein kulturphilosophisches Deutungsschwitzen an. (DER STANDARD, Printausgabe vom 15.1.2003)