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Fließbandarbeit, Gaststättenwesen sowie Friseurin und Kosmetikerin gehören zu den typischen "Frauenberufen".
Reuters/KIN CHEUNG

Linz - Die Benachteiligung von Frauen im Berufsleben ist in Oberösterreich schon heute größer als im Bundesdurchschnitt. Die Oberösterreicherinnen verdienen nur 62 Prozent vom "Männergehalt" (Bundesdurchschnitt: 67 Prozent). In den nächsten Jahren wird die Kluft zwischen den Einkommen noch größer. So lautet die Beschäftigungsprognose der Arbeiterkammer (AK) Oberösterreich bis zum Jahr 2008. Auf deren Initiative erstellte das Institut für Wirtschaftsforschung eine Studie zur Entwicklung des Arbeitsmarktes.

Das Ergebnis: Die Zahl der typischen Frauenberufe werde am stärksten wachsen, sprich: das Dienstleistungsgewerbe. Gemeint sind vor allem die Branchen Gesundheit, Groß- und Einzelhandel, Gaststättenwesen sowie Friseur und Kosmetik. Von den prognostizierten 30.600 neuen Frauenarbeitsplätzen entfallen laut Wifo-Schätzungen die Hälfte auf diese Branchen.

Damit steige zwar der Anteil der Frauen an den Erwerbstätigen von derzeit 40,5 auf 43 Prozent. Doch handelt es sich vor allem um Teilzeitjobs mit geringem Verdienst sowie schlechten Arbeitsbedingungen. Bereits heute arbeiten 33 Prozent aller Oberösterreicherinnen in Teilzeit, bei den Männer sind es 2,6 Prozent.

Alte Muster

"In Oberösterreich ist die geschlechterspezifische Trennung des Arbeitsmarktes besonders groß, und es gibt keine nennenswerten Anzeichen dafür, dass sich diese geschlechtstypischen Berufsmuster von selber auflösen werden", schlussfolgert die AK. Und fordert von der Landespolitik, dem Trend gegenzusteuern.

Dazu zähle die Förderung höher qualifizierter Arbeitsplätze für Frauen - wie etwa moderne Organisationsmethoden für Frauen im Dienstleistungsgewerbe. Oder aber Maßnahmen zur besseren Geschlechterdurchmischung auf allen betrieblichen Ebenen. Dazu müsste bereits in der Schule mit geschlechtssensiblem Unterricht begonnen werden.

Außerdem will die AK, dass bei der Vergabe öffentlicher Aufträge die Existenz betrieblicher Frauenförderpläne berücksichtigt wird. Die Grünen wollen in der Februar-Landtagssitzung die Umsetzung der in der Studie aufgelisteten Maßnahmen beantragen. (ker/DER STANDARD, Printausgabe 15.01.2003)