Bild nicht mehr verfügbar.

John Lee Malvo

Foto:APA/ epa/ Luke Frazza

Washington - Dem mutmaßlichen Heckenschützen von Washington, John Lee Malvo, droht die Todesstrafe. Ein Jugendgericht in Fairfax im US-Bundesstaat Virginia entschied am Mittwoch, dass dem 17-Jährigen nach denselben strafrechtlichen Kriterien der Prozess gemacht wird wie einem Erwachsenen.

13 Menschen erschossen

Dem aus Jamaica stammenden Teenager wird vorgeworfen, zusammen mit seinem 25 Jahre älteren Komplizen John Allen Muhammad insgesamt 13 Menschen getötet zu haben, zehn davon im Großraum Washington. Die Serie von Schüssen aus dem Hinterhalt hatte im vergangenen Herbst in der US-Hauptstadt und Umgebung wochenlang Panik verbreitet.

Die Entscheidung, Malvo nicht nach dem Jugendstrafrecht zu behandeln, fiel nach zweitägigen Anhörungen. Zahlreiche Zeugen und Angehörige der Opfer sagten dazu vor Gericht aus, wie der Nachrichtensender CNN berichtete. Den beiden mutmaßlichen Mördern soll in Virginia der Prozess gemacht werden. Auch der Nachbarstaat Maryland bekundete Interesse an dem Prozess. Dort wurde die Todesstrafe im Mai wegen Zweifeln an deren Rechtmäßigkeit vorläufig ausgesetzt.

Hinrichtung von jugendlichen Straftätern

In 23 der 50 US-Bundesstaaten ist die Hinrichtung von Straftätern erlaubt, die zur Tatzeit noch nicht volljährig waren. In Virginia wurden seit Wiedereinführung der Todesstrafe in den USA vor 26 Jahren drei zur Tatzeit minderjährige Häftlinge exekutiert. Der Staat liegt damit in der Statistik an zweiter Stelle hinter Texas, wo seit 1977 insgesamt 13 zur Tatzeit Minderjährige hingerichtet wurden.

Die kaltblütige Mordserie hatte Polizei und Bevölkerung in mehreren Bundesstaaten über Wochen in Atem gehalten. Die Opfer wurden offenbar willkürlich ausgewählt und dann aus einem speziell präpariertem Auto heraus erschossen. Die beiden mutmaßlichen Täter wurden gefasst, nachdem ein Lastwagenfahrer sie in dem verdächtigen Wagen auf einem Rastplatz entdeckt hatte. Die beiden werden zudem mit mehreren länger zurückliegenden Morden in Verbindung gebracht. (APA)