Paris/Wien - Die Mission der Raumsonde Rosetta zum Kometen Wirtanen ist definitiv gescheitert. Die europäische Raumagentur ESA teilte am Mittwoch in Paris mit, für das Projekt müsse ein anderer Komet als Ziel ausgewählt werden. In die geplante gut achtjährige Reise zum Kometen Wirtanen wurde bereits eine Milliarde Euro investiert.

Das war's

Die Mission war am Vorabend mit der Begründung ausgesetzt worden, zunächst seien Überprüfungen an der Trägerrakete Ariane 5 erforderlich. Im vergangenen September hatte die ESA erklärt, wenn ein Zeitfenster bis zum 31. Jänner für den Start nicht eingehalten werden könne, sei Wirtanen für die Raumsonde nicht mehr zu erreichen.

Betroffen davon sind auch zahlreiche Experimente und Technik aus Österreich an Bord "Rosettas". So ist das Institut für Weltraumforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Graz an mehreren Experimenten beteiligt. Und die Firma Austrian Aerospace hat Steuer- und Messelektronik sowie thermische Isolation und Heizelemente geliefert.

Reaktionen

Enttäuscht, aber voll des Verständnisses für die Entscheidung der ESA, die am Mittwoch Vormittag die Mission der Raumsonde Rosetta zum Kometen Wirtanen als gescheitert erklärt hatte, zeigte sich der österreichische "Weltraum-Papst" Willibald Riedler. "Es ist immer noch besser, man wartet auf eine andere Gelegenheit, als ein weiteres Risiko einzugehen", so der Weltraumforscher und ehemalige Leiter des österreichischen Institutes für Weltraumforschung, der nach wie vor zu den "Principal Investigators" (PI) der Mission zählt.

"Für alle unsere Leute hier ist die gescheiterte geplante Mission eine große Enttäuschung", so Wolfgang Baumjohann, der Leiter der Abteilung für experimentelle Raumforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. "Wir sind allerdings froh, dass die ESA kein Risiko eingeht", so der Weltraumforscher, der nun enorme Mehrkosten auf die ESA und auch auf sein Institut zukommen sieht.

Im vergangenen Jahr waren an Baumjohanns Institut durchschnittlich neun Leute mit Arbeiten an den Instrumenten für die Mission beschäftigt. Arbeitslos werde durch das ausgesetzte Projekt voraussichtlich keiner der bisherigen Mitarbeiter, versicherte der Leiter des Institutes. (APA)