Nur einen Tag nach der offiziellen Bekanntgabe der Kandidaten für die deutsche Grand-Prix- Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest ist ein Bewerber bereits wieder aus dem Rennen. Wie der Norddeutsche Rundfunk (NDR), Ausrichter des "Countdown Grand Prix Eurovision", am Dienstagabend mitteilte, wird Joachim Deutschland nicht an dem Wettbewerb am 7. März in Kiel teilnehmen. Grund sei ein "in keiner Weise akzeptabler Titel", den der Sänger ohne Wissen seiner Plattenfirma und des NDR vor einigen Wochen veröffentlicht habe.

"Proberaum-Produkt"

Wie der Kölner "Express" in seiner Onlineausgabe berichtete, handelt es sich bei dem Song um ein Stück mit dem Titel "Die Stoibers", in dem die Ehefrau und die Töchter des bayerischen Ministerpräsidenten mit sexuellen Anzüglichkeiten beleidigt werden. Der Musiker hatte den Song als "Proberaum-Produkt" auf seiner Homepage im Internet veröffentlicht.

Provokantes Verhalten

Joachim Deutschland, Sohn einer afroamerikanischen Sängerin und eines deutschen Jazzmusikers, war schon am Montagabend bei der Vorstellung der deutschen Grand-Prix-Kandidaten in Hamburg durch provokantes Verhalten aufgefallen. So hatte der 22-Jährige dem Publikum unter anderem sein entblößtes Hinterteil entgegengestreckt.

Ein Grand-Prix-Auftritt Joachim Deutschlands hätte dem Skandal-Song zu unangemessener Aufmerksamkeit verholfen, teilte der NDR mit. Außerdem wäre der Wettbewerb in unvertretbarem Maße beeinträchtigt worden. "Daher hat der NDR entschieden, dass Joachim Deutschland nicht am 7. März 2003 im "Countdown Grand Prix Eurovision" antritt", hieß es in der Erklärung des NDR.

Joachim Deutschland, der von seiner Plattenfirma Sony ins Rennen geschickt wurde, sollte beim deutschen Vorentscheid mit dem Song "Marie" antreten. Mit ihm waren am Montag 14 weitere Kandidaten vorgestellt worden. Zu den bekanntesten Teilnehmer zählen Kanzlerimitator Elmar Brandt ("Die Gerd Show"), und Tobias Schacht alias "Der Junge mit der Gitarre". (APA/dpa)