Belgrad - Zehn kroatische Serben sollen laut einem Urteil eines Belgrader Gerichtes vom Staat entschädigt werden. Wie der Belgrader Menschenrechtsfonds am Mittwoch mitteilte, sollen den Krajina-Flüchtlingen, die bei ihrer Ankunft in Serbien im Sommer 1995 von Angehörigen der Spezialpolizeieinheiten des Staatssicherheitsdienstes zwangsmobilisiert und an die Front in Bosnien-Herzegowina und Kroatien entsandt wurden, zwischen 160.000 und 220.000 Dinar (rund 2.600 bis 3.600 Euro) pro Person als Schadenersatz ausbezahlt werden.

Die zwangsmobilisierten Krajina-Flüchtlinge waren von der serbischen Spezialpolizeieinheit schwer misshandelt worden. Besonders grausam waren nach Augenzeugenberichten die berüchtigten Milizen des später ermordeten Zeljko Raznatovic Arkan mit den zwangsmobilisierten Flüchtlingen umgegangen. Die Belgrader Menschenrechtsorganisation vertritt vor Gerichten in Serbien insgesamt 644 zwangsmobilisierte Flüchtlinge sowie Familienangehörige von weiteren 64 Zwangsmobilisierten, die im Krieg ums Leben kamen. (APA)