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Wien - Der Frauennotruf (Telefon 01/717 19) der Stadt Wien wird immer stärker in Anspruch genommen. Im Jahr 2002 wurden insgesamt 4.466 telefonische Beratungen durchgeführt, was einer Steigerung von 20 Prozent gegenüber 2001 entspreche, heißt es in einer Aussendung von Frauenstadträtin Renate Brauner (S) am Mittwoch. Über 800 Mal hätten die betroffenen Frauen und Mädchen die Möglichkeit eines persönlichen Beratungsgesprächs, einer Begleitung zu einer Anzeige, ins Krankenhaus oder zu Gericht, genutzt.

Das Notruftelefon bietet Frauen, die Opfer von sexueller, psychischer oder physischer Gewalt wurden, rund um die Uhr Beratung und Schutz an. Seit der Einrichtung des Frauennotrufes im Jahr 1996 fanden sogar schon 29.000 Beratungskontakte statt. Im Jahr 2002 gab es laut Brauner die höchste Steigerung in der Anruffrequenz seit Bestehen der Einrichtung.

Erreichbarkeit rund um die Uhr

Sie wertete dies als "Signal für die Notwendigkeit einer solchen Einrichtung auf Wiener Ebene". Die 24-Stunden-Erreichbarkeit sei ein wesentlicher Faktor für eine erfolgreiche Krisenversorgung. Etwa 40 Prozent der Frauen würden sich innerhalb von 24 Stunden nach der Tat an den Frauennotruf wenden.

Nach den Erfahrungen des Frauennotrufes steigt besonders in der Zeit nach den Feiertagen die Anzahl der Anrufe. Die Leiterin des Frauennotrufes Karin Spacek bestätigte, dass auch dieses Jahr nach den Weihnachtsfeiertagen und nach Silvester die Gewalt in manchen Beziehungen und Familien eskaliert sei. Spacek empfiehlt allen betroffenen Fauen, unbedingt Hilfe zu suchen, etwa die Polizei zu holen, die den Täter aus der Wohnung weisen könne. Die Angebote des Frauennotrufes sind kostenlos und anonym. (APA)