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Foto: Reuters/Butler

London - Der britische Premierminister Tony Blair hat davor gewarnt, ein Zeichen der Schwäche gegenüber dem irakischen Präsidenten Saddam Hussein zu zeigen. Das wäre gefährlich, sagte Blair am Mittwoch in London. Er rechne damit, dass der UNO-Sicherheitsrat eine zweite Irak-Resolution verabschiedet, wenn Saddam die Forderungen der ersten Resolution (1441) nicht erfüllt.

Für diesen Fall hat die UNO dem Irak "schwerwiegende Konsequenzen" angedroht, eine diplomatische Umschreibung für eine Militäraktion. Am Dienstag hatte US-Präsident George W. Bush wachsende Ungeduld im Rüstungskonflikt mit dem Irak gezeigt. "Saddam Hussein läuft die Zeit zur Abrüstung davon", sagte Bush. "Mir hängen die Spielchen und Täuschungen zum Hals heraus."

Die USA und Großbritannien bereiten sich mit umfangreichen Truppenverlegungen in die Golfregion auf einen Krieg gegen den Irak vor. Sie haben mit einem Militärschlag gedroht, sollte der Irak die Abrüstungsforderungen der UNO nicht erfüllen. Der Irak hat Vorwürfe der USA und Großbritanniens zurückgewiesen, er verfüge über Massenvernichtungswaffen.

"Es geht nicht um Öl"

Der britische Premierminister Tony Blair hat bestritten, dass es im Irak-Konflikt um Öl gehe. Wenn das so wäre, wäre es viel einfacher, mit dem irakischen Präsidenten Saddam Hussein "ein Geschäft abzuschließen", sagte Blair am Mittwoch im britischen Unterhaus: "Der Grund dafür, dass wir diese Entscheidung treffen, hat nichts mit Öl oder irgendeiner anderen jetzt aufgestellten Verschwörungstheorie zu tun."

Vor der Opposition und seinen zum Teil ebenfalls kritischen Parteifreunden von der sozialdemokratischen Labour Party verteidigte Blair erneut vehement seine harte Linie in Anlehnung an US-Präsident George W. Bush, mit dem gemeinsam er den Truppenaufmarsch in die Golfregion für eine mögliche Militäraktion in Gang gesetzt hat. "Manchmal ist es der Job eines Premierministers, Dinge zu sagen, die die Leute nicht hören wollen", sagte er.

Seine Überzeugung sei es, dass die irakischen Massenvernichtungswaffen früher oder später in die Hände von Terroristen fallen würden, wenn der Irak nicht zur Entwaffnung gezwungen werde. "Die Bedrohung ist real, und wenn wir uns damit nicht auseinander setzen, dann wird die Folge sein, dass künftige Generationen unter unserer Schwäche zu leiden haben werden." Er bestritt auch, dass sein Kabinett in der Irak-Frage gespalten sei. (APA/Reuters)