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Foto: APA/dpa/Arne Dedert

Berlin - Die deutsche Bundesregierung will bis Ende dieses Jahres 100 Millionen Einheiten Pocken-Impfstoff anschaffen und damit den Schutz der gesamten Bevölkerung in Deutschland sicher stellen. Gesundheitsministerin Ulla Schmidt sagte am Mittwoch in Berlin, bis zum April sollten etwa zwei Drittel der geplanten Impfstoffmenge vorrätig sein. Dieser Vorrat werde von der Bundesregierung finanziert. Die restlichen 34 Millionen Impfstoffdosen würden von den Bundesländern bezahlt. Die Kosten wollte Schmidt nicht beziffern. Die Impfstoffvorräte würden als Vorsichtsmaßnahme angelegt, sagte sie. Derzeit gebe es keine Hinweise auf eine konkrete Gefahr von geplanten Anschlägen mit Pocken-Viren.

Impfmassnahmen beginnen, wenn Pocken-Erkrankung bekannt werden

Mit ersten Impfungen solle begonnen werden, sobald weltweit eine Pocken-Erkrankung bekannt werde, sagte Schmidt. Dann würden zunächst diejenigen versorgt, die selbst impfen müssten. Entsprechende Notfallpläne würden bis Ende Jänner fertig gestellt. Bei dem deutsch-dänischen Biotech-Unternehmen Bavarian Nordic hat das Gesundheitsministerium nach Firmenangaben bereits elf Millionen Impfstoff-Einheiten bestellt. Der Präsident des Robert-Koch-Instituts, Reinhard Kurt, hatte am Wochenende vor der Gefahr von Anschlägen mit biologischen Krankheitserregern gewarnt. Sobald der erste Fall in Deutschland auftrete, sei die gesamte Bevölkerung binnen fünf Tagen zu impfen. Dies könne nur geschehen, wenn jetzt schon detaillierte Vorbereitungen getroffen würden. Das Institut ist verantwortlich für den Schutz der Bevölkerung Deutschlands vor Seuchen und Massenerkrankungen. (APA/Reuters)