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Klaus Schwab, WEF-Gründer

Foto: APA/EPA/Campardo

Genf - Das Weltwirtschaftsforum in Davos findet in diesem Jahr vom 23. bis 28. Jänner statt. Es steht unter dem Motto "Vertauen bilden", "Wir sind glücklich, mit dem World Economic Forum wieder in der Schweiz zu sein", sagte WEF-Gründer Klaus Schwab am Dienstag bei der Vorstellung des Programms. So wichtig es gewesen sei, 2002 mit dem WEF in New York ein Zeichen der Solidarität zu setzen, so wichtig sei es jetzt, mit dem 33. Forum wieder an den Ursprungsort nach Davos zurückzukehren.

Das WEF finde 2003 in einer sehr spannenden Zeit statt, so Schwab. Während in dem Schweizer Wintersportort die Größen von Politik und Wirtschaft, aber auch religiöse Führer und Nichtregierungsorganisationen (NGO) zusammentreffen, wird UNO-Chefinspektor Hans Blix dem UNO-Sicherheitsrat seinen Bericht über die mögliche Existenz von Massenvernichtungswaffen im Irak abliefern. Einen Tag später hält US-Präsident George W. Bush eine Ansprache zur Lage der Nation.

"Noch nie ist die Komplexität, aber auch die Verletzlichkeit des globalen Systems so deutlich zu Tage getreten", erklärte Schwab. Auch befinde sich die Weltwirtschaft in einer schwierigen Zeit der Stagnation. Die Arbeitslosigkeit steige und stelle die Manager, die in Zeiten des Booms an die Spitze der Unternehmen gekommen seien, vor ganz neue Herausforderungen, so der WEF-Gründer. Unerträglich seien Ungleichgewicht und Armut in der Welt. Diesen Herausforderungen müsse man sich stellen.

Die Teilnehmerliste des diesjährigen Forums liest sich wieder wie ein "Who is Who" aus Politik, Wirtschaft und internationalen Organisationen. Eine große US-Delegation wird mit Außenminister Colin Powell vermutlich am 25. Jänner in Davos sein. Erwartet wurden auch Justizminister John Ashcroft und Ex-Präsident Bill Clinton, der schon während seiner Amtszeit in Davos war. Nicht vertreten ist hingegen der Irak, doch wird ein möglicher Irak-Krieg wohl die Gespräche dominieren. Die Organisatoren versuchten, den Kampf gegen den Terrorismus und die Konflikte zwischen dem Westen und der islamischen Welt zu thematisieren. So wird der Generalsekretär der Arabischen Liga, Amr Mussa, in Davos anwesend sein.

Gespannt wird der Auftritt von Luiz Inacio "Lula" da Silva, des neuen brasilianischen Präsidenten, erwartet. Die Entwicklung in Brasilien ist wichtig für ganz Lateinamerika. Das Nachbarland Argentinien steckt in einer schweren Wirtschafts- und Sozialkrise. Auch andere lateinamerikanische Länder sind sehr prominent vertreten.

Gleichzeitig mit dem WEF finden am 28. Jänner auch Wahlen in Israel statt. Das erklärt die Abwesenheit der israelischen Politikspitze, von der aber immerhin der ehemalige Außenminister Shimon Peres nach Davos reist. Ob es zu einem Gespräch mit dem palästinensischen Finanzminister Salam Fayyad am Rande des WEF kommt, ist offen. Sicher nach Davos kommen dürfte der jordanische König Abdullah. Laut vorläufiger Teilnehmerliste werden fast alle Länder der nächsten EU-Erweiterungsrunde in Davos mit Spitzenpolitikern vertreten sein.

Von den Wirtschaftsführern stechen aus der illustren Liste Nestlé-Chef Peter Brabeck, Daniel Vasella (Novartis), Marcel Ospel (UBS) und Joe Ackermann (Deutsche Bank) hervor. Schließlich wird auch Bill Gates, der Gründer des mächtigen Microsoft-konzern, in Davos erwartet. (APA/sda)