Die ORF-Gebührentochter GIS hat im vergangenen Jahr fast 100.000 neue Gebührenzahler gewinnen können. Das teilte der ORF am Mittwoch in einer Aussendung mit. Österreichweit habe man die Schwarzseherquote nun auf zehn Prozent reduziert. Im Europavergleich liege Österreich damit aber immer noch über dem Durchschnitt von acht Prozent.

2,5 Millionen Gebühren zahlende TV-Teilnehmer

Mit Jahresende 2002 hat die Gebühren Info Service, so der volle Name der 100-Prozent-Tochter, über 2,5 Millionen Gebühren zahlende TV-Teilnehmer registriert. 94.175 neue Haushalte kamen dazu. Insgesamt zählt die GIS übrigens über drei Millionen Kunden: 150.000 Teilnehmer zahlen nur für Radio, 330.000 sind angemeldet, aber von den Gebühren befreit.

Rationalisierungsmaßnahmen

Seit Anfang 2000 - der ORF übernahm im Frühling 2000 die operative Führung der GIS und im Jänner 2001 das gesamte Unternehmen - konnte die GIS die Anzahl der Gebührenzahler um zehn Prozent steigern, zeigte sich Alexander Wrabetz, Finanzdirektor des ORF, zufrieden. Dies sei auch durch die Rationalisierungsmaßnahmen in den vergangenen Jahren ermöglicht worden. Mit dem In-Kraft-Treten des Rundfunkgebührengesetzes Anfang 2000 wurde der GIS auch der Zugriff auf Meldedaten für ihre Tätigkeiten erlaubt, die Daten des Zentralen Melderegisters (ZMR) stehen so ebenfalls zur Verfügung.

Hauptzielgruppe: Junge Haushalte

GIS-Geschäftsführer Jürgen Menedetter betonte am Mittwoch, dass man als "kundenorientiertes Unternehmen primär auf Information" setze. Hauptzielgruppe seien die jungen Haushalte, und dort habe man "zwischenzeitlich erkannt", dass die ORF-Gebühr auch zu entrichten ist, wenn man die Programme via Kabel und Satellit empfängt.

Transaktionsvolumen von 560 Millionen Euro

Die GIS verzeichnete im Jahr 2002 ein Transaktionsvolumen von 560 Millionen Euro und realisierte damit eigenen Angaben zufolge für die Anspruchsberechtigten (66 Prozent ORF, 34 Prozent Bund und Länder) einen Mehrertrag von rund 20 Millionen Euro. Bei einem Umsatz von 18 Millionen Euro im Jahr 2002 beschäftigt die GIS 171 Mitarbeiter sowie 160 Außendienstmitarbeiter auf Freelancer-Basis und ist mit Service Center in Wien, Graz, Klagenfurt, Linz und Innsbruck vertreten. (APA)