Ankara - Die Türkei hat mit den Planungen für ein erstes Flüchtlingslager an der Grenze zum Irak begonnen. Ein Team der Hilfsgesellschaft "Roter Halbmond" habe ein Gelände nahe der südöstlichen Stadt Silopi inspiziert, wo 24.000 Zelte für Flüchtlinge aus dem Irak aufgebaut werden sollten, meldete die türkische Nachrichtenagentur Anadolu Ajansi am Mittwoch. Das zentrale Depot des Roten Halbmondes solle ebenfalls in Silopi angesiedelt werden, sagte der örtliche Gouverneur.

Die türkische Regierung zieht im Fall eines Irak-Krieges nach eigenen Angaben die Versorgung irakischer Flüchtlinge in einer Pufferzone zwischen beiden Ländern vor, trifft aber trotzdem Vorbereitungen für die Aufnahme eines kleinen Teils der Flüchtlinge im eigenen Land. Der Rote Halbmond bereitet sich nach eigenen Angaben auf die Aufnahme von bis zu 100.000 Flüchtlingen vor.

Presseberichten zufolge sieht ein Notplan der Regierung in Ankara den Bau von 13 Flüchtlingslagern in Nordirak und bei Bedarf von fünf weiteren auf türkischer Seite vor. Nach dem Golfkrieg 1991 war Ankara nicht ausreichend auf die Aufnahme von rund 500.000 irakischen Kurden vorbereitet, die vor der Armee von Saddam Hussein in die Türkei geflohen waren. Die Unterbringung der Flüchtlinge stieß damals auf internationale Kritik, aber auch die UNO-Organisationen reagierten damals langsam. (APA)