Den Haag - Mit Hilfe des Internationalen Gerichtshofs in Den Haag will Mexiko die Hinrichtung von 54 in den USA zum Tode verurteilten Mexikanern blockieren. Wie das Gericht am Mittwoch mitteilte, will Mexiko eine Aussetzung der Exekutionen beantragen, bis über mögliche Rechtsverletzungen bei der Verhängung der Todesurteile entschieden sei. Die mexikanische Regierung hat den USA in einer Klage von vergangener Woche vorgeworfen, den Todeskandidaten konsularischen Beistand verwehrt zu haben.

Deutschland hatte den Internationalen Gerichtshof im Falle des zum Tode verurteilten Deutschen Walter LaGrand angerufen, seine Hinrichtung jedoch nicht mehr verhindern können. Das Haager Gericht entschied später, die Hinrichtung LaGrands und seines Bruders habe gegen das internationale Recht verstoßen. Karl und Walter LaGrand waren im US-Staat Arizona wegen Mordes zum Tode verurteilt und ungeachtet aller Proteste 1999 hingerichtet worden. Die US-Behörden hatten die Brüder nicht über ihren Anspruch auf Rechtsbeistand durch das deutsche Konsulat informiert. (APA/AP)