... dessen Landschaftsfilme hierzulande ja zumindest einer eingeschworenen Gemeinde von Viennale-Besuchern bereits bekannt sind.

Dem Sender 3sat gebührt nun dafür Lob, dass er in einem Special Bennings Arbeiten einem größeren Publikum näher zu bringen versucht: Vergangenen Montag machte ein Porträt den Auftakt und "El Valley Centro", der erste Teil seiner amerikanischen Trilogie, der, gleich den beiden weiteren, aus exakt 35 siebeneinhalb Minuten langen Einstellungen strukturiert ist. Das verbindende Motiv darin ist der (künstlich arrangierte) Lauf des Wassers, für Benning ein "soziales Thema", bedingt dieser doch eine umfassende Umgestaltung, eine ökonomische Anspruchnahme der Natur.

"Los" führt nach den primär landwirtschaftlichen Szenen des ersten Teils in die Region Greater Los Angeles, der Metropole in der Wüste, während sich "Sogobi" noch kontemplativer als seine Vorläufer der Wildnis im ehedem Kultivierten wieder anzunähern versucht.

Das Bild als es selbst - Bennings Wahrnehmung von "Natur" ist (nicht nur) im Fernsehen eine Seltenheit geworden, weil die Aufnahmen nicht argumentativ verwendet werden, das Argument eher allmählich aus ihnen hervortritt. Neben "Los" (19. 1., 11.00) und "Sogobi" (26. 1., 11.00) zeigt 3sat übrigens zwei weitere sehenswerte Filme Bennings: "Four Corners" (20. 1., 23.25) und "Utopia" (27. 1., 23.10). (kam/DER STANDARD, Printausgabe, 16.1.2003)