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Stefan Gimpl

Foto: APA/ Gepa

Der Freestyler Stefan Gimpl (23) pfeift auf den Start in der Halfpipe der FIS-Snowboard-WM. Der Salzburger, der "Air & Style" und "Soul City" gewann, ist erklärter Gegner der FIS. Fritz Neumann fragt, wie es sich ohne WM und ÖSV lebt.

Gimpl: Die WM ist sicher nicht der wertvollste Snowboard-Event des Jahres. Wobei - wenn ich Snowboarden sag', mein' ich immer Freestylen. Es fehlen viele der besten Boarder. eigentlich ist es nicht korrekt, dass die Veranstaltung den Titel WM trägt.

STANDARD: Ist eine Teilnahme Ihrerseits nie ein Thema gewesen? Wären Sie nicht gerne in Murau dabei?
Gimpl: Zunächst ist's ein Verbandsproblem, dann ein Sponsorproblem. Ich hätt' mich dem Verband anpassen und auf meinen Kopfsponsor T-Mobile verzichten müssen, weil A1 ein WM-Sponsor ist. Und der Verband hätte noch mitkassiert, wenn ich seinen Sponsor am Kopf trage, das ist grundsätzlich nicht okay. Sicher ist ein offizieller WM-Titel lässig, weil sich jeder darunter was vorstellen kann.
STANDARD: Hätten Ihre Ausrüster Sie deshalb nicht gerne bei der WM gesehen?
Gimpl: Meine Boardfirma F2 hat Verständnis gezeigt. Aber natürlich haben ÖSV und FIS einen guten Draht zur Wirtschaft, da steht ein großer Apparat dahinter.

STANDARD: Wie bestreiten Sie Ihren Lebensunterhalt?
Gimpl: Es gibt Alternativen zum FIS-Weltcup wie die Ticket-to-ride-Tour mit Events in Europa, Japan und Amerika. Und ich verdiene mit Film-und Fotoaufnahmen.

STANDARD: Können Sie freestylende Kollegen wie Nici Pederzolli und Flo Mausser verstehen, die nun für ÖSV und FIS unterwegs sind?
Gimpl: Klar versteh' ich sie, ich hab' kein Problem damit. Der Flo ist ein super Boarder, er hätt's auch ohne ÖSV geschafft. Für mich ist es wichtig, ein Zeichen zu setzen. Ich will den Jungen zeigen, wie das ist, ein freier Snowboarder zu sein. Beim Snowboarden geht's um mehr als um Punkte. (DER STANDARD, Printausgabe, Donnerstag, 16. Jänner 2003)