Wien - Die Bioethik-Kommission ersucht die Bundesregierung, die Gesetzeslage bezüglich eines Klonverbotes in Österreich zu durchleuchten. Ein entsprechender Brief wurde am Mittwoch bei der turnusmäßigen Sitzung des Gremiums verfasst. Die bisherige Gesetzeslage ist nicht eindeutig, Klonen im entscheidenden Fortpflanzungsmedizingesetz (FMG) nicht ausdrücklich verboten. Einstimmig haben sich die Kommissionsmitglieder gegen jedes reproduktive Klonen in Österreich ausgesprochen.

"Die Sache sollte auf jeden Fall geklärt werden, reichen die bestehenden Gesetze nicht aus, müssten neue Regelungen geschaffen werden", sagte Kommissions-Vorsitzender Johannes Huber (AKH Wien). Im FMG ist das Wort "Klonen" gar nicht erwähnt. Das Regelwerk legt allerdings fest, dass an fortpflanzungsfähigen menschlichen Zellen nur zum Zwecke einer Fortpflanzung (in der Regel einer künstlichen Befruchtung, Anm.) manipuliert werden darf. Fraglich ist dabei etwa, ob reproduktives Klonen als Fortpflanzung anzusehen ist oder nicht. Genetisch gesehen wäre ein Klon eines Menschen ja nicht dessen Kind, sondern dessen Zwilling.

Empfehlung

In diesem Zusammenhang erinnert die Bioethik-Kommission die Bundesregierung an eine bereits im Vorjahr ausgesprochene Empfehlung zur Unterzeichnung der Bioethik-Konvention des Europarates. "In dieser Konvention wäre ein ausdrückliches Verbot von reproduktivem Klonen enthalten", so Huber.

Die Konvention ist in der Vergangenheit mehrfach auf Widerstand vor allem von Behindertenverbänden gestoßen, da das Papier Forschung an einwilligungsunfähigen Personen - etwa Behinderten oder Koma-Patienten - unter bestimmten Umständen zulässt. Österreich ist nur eines von vielen europäischen Ländern - darunter auch Deutschland - welche die Konvention bisher nicht unterzeichnet haben. "Die Bedenken sind nach Gesprächen mit Behindertenvertretern aber mittlerweile ausgeräumt, so sollen zusätzliche nationale Regelungen geschaffen werden", so Huber. Unter anderem sollten Behindertenvertreter in die klinischen Ethik-Kommissionen aufgenommen werden.(APA)